4K ist das neue 3D – wirklich?

4K kann man mögen oder auch nicht – für Produzenten ist es ein Thema. Selbst kleine Kameras wie die Sony FDR-AX 1 liefern schon 4K und viele Kunden verlangen es auch. Schließlich kann sogar Youtube 4K-Filme zeigen – wenn die Bandbreite passt und wenn der Zuschauer über ein Display verfügt, das auch 4K darstellt.

Jetzt frage ich mich: Ist es schon an der Zeit, ins gelobte Land 4K aufzubrechen? Was erwartet mich dort, welche Vorteile hat eine 4K-Produktion wirklich? Oder wird es ein ähnlicher Reinfall wie das vor zwei, drei Jahren gehypte Stereo-3D?

Erst mal langsam

Ich stehe 4K reserviert gegenüber, vor allem, weil ich schon eine Produktion in 4K schneiden und graden durfte. Für die Produktionsseite bedeutet 4K: ordentlich in Hardware investieren. Denn ein HD-Schnittplatz ist für 4K klar unterdimensioniert. Also jetzt ordentlich Geld in ein schnelles Raid-System reinbuttern und am besten noch den neuen Mac Pro anschaffen mit zwei Grafikkarten?

Ich zweifle. Denn meiner Ansicht nach haben wir HD noch nicht einmal richtig ausgereizt. Und meiner Ansicht nach reicht HD für TV und Computer aus. Es genügt nicht, einfach mehr Pixel zu liefern. Wir müssen die Qualität des Bildmaterials steigern!

[blocktext align=“right“]Gebt uns nicht mehr Pixel, gebt uns bessere Pixel. [/blocktext]Einen interessanten Beitrag zum Thema hat der Hollywood Reporter geliefert. Zusammengefasst: Gebt uns nicht mehr Pixel, gebt uns bessere Pixel. Mehr Kontrastumfang, mehr Farben, mehr Spielraum.

Das ist ein guter Ansatz, allerdings funktioniert er nicht in den Marketing-Kanälen. 4K klingt nach Revolution, nach „sooo viel mehr“, nach etwas Neuem. Wenn ich jetzt dagegen um mehr Kontrastumfang bitte, entlockt das allenfalls Fachleuten ein freudiges Lächeln. Dabei ist genau das ein Problem bei vielen Produktionen und auch bei vielen Medien, die Bildmaterial darstellen müssen.

Was erzählt 4K besser als HD?

Die Fragen sind: welche Geschichte erzählt 4K besser als gutes 2K oder HD? Wie nah muss ich vor einem Fernseher sitzen, um wirklich die bessere Qualität der vierfachen Pixelmenge wahrzunehmen? Lohnt sich 4K aus Sicht eines Produzenten? Lohnt es sich für die Konsumenten? Wird eine Geschichte wirklich besser, wenn wir sie in noch höherer Auflösung erzählen?

Klar, 4K wird seine Einsatzgebiete haben. Auf Messen, wenn es darum geht, große Displays zu bespielen. Oder eventuell Fullscreen auf Computer-Bildschirmen. Denn hier sitzen die Zuschauer wirklich nah am Gerät.

Meine Überlegung: erst einmal abwarten und beobachten. Denn das Mehr an Hardware bei einem Umstieg muss sich ja auch rechnen.

Wie ist Eure Meinung zum Thema 4K? Gleich investieren? Oder abwarten? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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4 Gedanken zu “4K ist das neue 3D – wirklich?

  1. PS: Wobei für die Nachbearbeitung kann eine 4k-Aufnahmefunktion schon recht interessant sein. Dadurch kann man später noch croppen, Bild begradigen, Bild nachträglich stabilisieren, einen Schwenk einbauen oder was auch immer. Es bleibt immer genug Reserve für den Export nach FullHD.
    Dafür muss man wohl sehr hohe Datenraten & Rechenleistung in Kauf nehmen und natürlich Anschaffungskosten …

  2. Also ich finde 4k derzeit vollkommen unnötig, außer für wirklich aufwendige (3D) Kinoproduktionen, wie Der Hobbit. Ansonsten finde ich 3D wichtiger, bzw. eine höhere Framerate als 24 sollte es auch sein.
    Daheim am TV ist 4k vollkommen überflüssig, haben auch letztes Jahr (2014) einen neuen 55″ Fernseher fürs Wohnzimmer gekauft, mit aktivem 3D und FullHD mit jedem Schnickschnick (Sony W905 oder so) um ca. €1.200,- im Jahr davon hat der noch 2,6k gekostet.
    Das FullHD reicht sowas von locker auch für sowas. 4k für daheim finde ich reinen Marketing-Gag, gibt ja auch keine Medien mit entsprechender Qualität dazu. Bluray, das Medium mit der besten Bildqualität (Bitrate) bietet kein 4k. Internetstreams, wie z.B. von Netflix oder gar YouTube (Vimeo, etc.) sind üblicherweise schlechter, das kommt nicht an Bluray ran, wozu dann noch 4k? Lieber höhere Bitrate für FullHD, wenn überhaupt.
    Einzig sinnvoll ist es im Kino (oder meinetwegen 100″ Fernseher/Beamer), denn da sind 2k Videos schon etwas unscharf, habe Hobbit im Kino 3D 2k HFR gesehen, da stößt die Schärfe schon an ihre Grenzen. Aber für zu Hause, Videoproduktionen/Youtube, etc.: Kompletter Unsinn.
    Und auch für Kino finde ich eine höhere Framerate erstmal für wichtiger. 24 FPS ruckelt einfach spürbar (bei 3D noch mehr). Beim Fernseher kann man die Zwischenbildberechnung einschalten (Motionflow, 24p-Smoothfilm, IFC und wie das heißt), was zwar kleinere Bildfehler bringt, aber dafür ruckeln (und bei 3D auch Flimmern) beseitigt (, da der TV die 3D-Bilder statt mit 96Hz mit 120Hz abwechseln kann). Im Kino kann man auch kleine Bildfehler nicht tolerieren, also da sind (speziell bei 3D Produktionen) ca. 48 FPS schon sehr zu empfehlen (und 4k auch nicht schlecht). Aber wir sind hier nicht in Hollywood …

    Wo 4k & 5k aber absolut Sinn macht: Computermonitore zum arbeiten – da sitzt man knapp davor und man kann besser arbeiten, alles ist knackscharf (Wie Retina bei iOS), man kann mehrere FullHD-Videos gleichzeitig nativ darstellen, Fotos in hoher Qualität bearbeiten, für Retina-Geräte programmieren, usw.
    Aber für Videoproduktionen reicht IMHO FullHD noch locker aus, wie oben steht: Was erzählt 4k besser als HD?

  3. Auch eine hohe Investitionssumme. Es ist halt fraglich, ob unsere Augen überhaupt einen Unterschied sehen, wenn wir nicht gerade mit der Nase am Bildschirm kleben und die Pixel zählen 🙂

  4. Martin, ich gebe Dir in allen Punkten recht, doch stellt sich mir die Frage bei der Neuanschaffung eines TVs wie folgt: Habe gerade diese Situation und suche einen 55Zoll-Monster, Mit HD rund 2.300 Euro, als 4K rund 3.500 Euro. Fotos von einem Vollformatsensor in der Größe wirken in 4K halt viel besser und ich habe eine Menge davon :-). Für 4K einen bestehenden Fernseher tauschen ist zu früh, doch bei Neuanschaffung ist die Versuchung groß…

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