Fotos auf Borkum

Nein, ich bin kein Fotograf. Aber in den letzten Jahren ist das Fotografieren mehr und mehr Hobby geworden. Ich renne dauernd wahlweise mit einer kleinen Sony-Taschenkamera herum, einer RX100III, oder mit meiner EOS 5D und fotografiere, was das Zeug hĂ€lt. Ob es gute Bilder sind? Ich weiß nicht. Aber ich finde immer wieder Bilder, die mir selbst gefallen.

Die AbenddÀmmerung auf Borkum.
Die AbenddÀmmerung auf Borkum.

Das Fotografieren, dieses Festhalten eines einzigen Moments ist eine tolle Abwechslung zum Schreiben und zum Filmen. Denn beim Filmen gibt es 25 Bilder pro Sekunde. Und beim Schreiben flitzen hunderte, tausende indifferenter Bilder durch meinen Kopf.

FĂŒr ein Foto zĂ€hlt nur ein Bild. Ein einziges. Ich habe großen Respekt vor Fotografen, die es schaffen, diesen einzigen Moment festzuhalten.

Der Polfilter?!

Kurz nach der Abreise fiel mir siedend ein: Ich habe den Polfilter vergessen. Seitdem ohrwurmt Nina Hagen mit „Du hast den Poliflter vergessen, lieber Michael“. Kurz noch ĂŒberlegt, ob ich mir einen neuen Polfilter von Amazon hole, jedoch sind die Lieferzeiten auf die Insel zu lang, als dass es sich lohnen wĂŒrde.

Immerhin gibt es auf Borkum ein ordentlich sortiertes FotogeschĂ€ft. Die haben sogar Polfilter – allerdings keinen mit 82mm Durchmesser, wie ich ihn fĂŒr mein 24-70er-Canon-Objektiv brauche. Pech gehabt. Dann muss ich mit den Reflektionen auf dem Wasser leben. Kann ja auch ganz schön aussehen.

Fotos auf Borkum

Ein Urlaub ist was Feines. Da habe ich viel Zeit fĂŒr Fotos. Naja, so viel Zeit, wie einem eben bleibt, mit Familie und Kind. Und eine Insel wie Borkum hat jede Menge toller Motive. Morgennebel, Abendsonne. Alles im Programm. Auch Vögel soll es hier geben. DafĂŒr habe ich mir extra ein Tele geliehen. Mal sehen, ob mir ein paar Vögel vor die Linse flattern.

Aber erst einmal ist mir etwas anderes aufgefallen: Auf Borkum gibt es noch eine Menge Telefonzellen und -SĂ€ulen. Die Dinger also, von denen aus man telefonieren kann – fĂŒr die Generation Smartphone kaum vorstellbar. Bislang habe ich sechs dieser Telefone gezĂ€hlt. Ob Borkum ein Reservat fĂŒr Telefonzellen ist? Ich weiß es nicht. Aber ein paar der MĂŒnzfernsprecher geben hĂŒbsche Motive her.

Borkums Telefonzellen: Hier das Schönwetter-Modell.
Borkums Telefonzellen: Hier das Schönwetter-Modell.
Borkums Telefonzellen, hier klassisch winddicht.
Borkums Telefonzellen, hier klassisch winddicht.

Die Bilder sind an einem nebeligen Tag entstanden. Und da der Nebel ohnehin so einen weißgrauen Schleier ĂŒber alles legt, habe ich die Fotos in Lightroom schwarzweiß konvertiert. Das Programm hat schöne, vorgefertigte Filter dafĂŒr. Nach ein bissl rumprobieren war ich auch ganz zufrieden. Klar ist das nicht wie damals, als ich Ilford-Filme in der Dunkelkammer zum Leuchten brachte. Aber – unter uns – ich trauere der analogen Fotografie so gar nicht nach, und dem Arbeiten in der Dunkelkammer schon gar nicht.

Die Strandpromenade am Morgen.
Die Strandpromenade am Morgen.

Das Motiv mit der Delial-Werbung fand ich an dem nebeligen Tag recht drollig. Ich habe noch ein bisserl nachgeholfen, den Kontrast reduziert und den Filter „Dunst entfernen“ in die andere Richtung geschoben. Sozusagen „Dunst hinzufĂŒgen“.

Sonnenschein? Fehlanzeige im Oktober. Aber das macht nichts.
Sonnenschein? Fehlanzeige im Oktober. Aber das macht nichts.

Und dann kam die Sonne

Seit gestern Nachmittag hat es sich ausgedunstet. Die Sonne ist da und mit ihr auch anderes Licht. Allerdings war es schon spĂ€ter Nachmittag. Also nur Zeit fĂŒr SonnenuntergĂ€nge und LeuchttĂŒrme.

Sonnenuntergang auf Borkum.
Sonnenuntergang auf Borkum.
Der neue Leuchtturm auf Borkum.
Der neue Leuchtturm auf Borkum.
Strand auf Borkum
Strand auf Borkum

Und wieder Nebel

Auf Borkum wechselt das Wetter schnell. Nach der kurzen Aufheiterung ging es zurĂŒck Richtung dicker Erbsensuppe. Doch auch die hat fotografisch ihren Reiz.

Ich zog los Richtung Strand und wollte DĂŒnen fotografieren. Da ist mir auch eine hĂŒbsche Aufnahme von DĂŒnengras gelungen, finde ich. So schön zeichnet eben nur der Nebel weich.

DĂŒnengras im Nebel
DĂŒnengras im Nebel

Nach ein paar Versuchen in den DĂŒnen fand ich aber ein viel spannenderes Motiv: Menschen im Nebel. ZunĂ€chst hört man Stimmen, dann sieht man Schemen und erst ganz nah erkennt man Gesichter. Besonders die Armee der Walker hatte es mir angetan.

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Ok, mit dem Schwarzweiß-Filter und der Körnung habe ich vielleicht ein klein wenig ĂŒbertrieben. Aber der Eindruck kommt rĂŒber, hoffe ich.

NatĂŒrlich geht’s auch anders. Fast meine ich, solche Nebelaufnahmen sind eine Leinwand mit angedeuteten Strukturen, auf die ich dann fröhlich Farben pinseln kann. Wie wĂ€re es mit Orange und Cyan? Klassische Hollywood-Farben 😉

Nebel in Orange und Cyan.
Nebel in Orange und Cyan.

TschĂŒss Borkum!

Der Urlaub ist Vergangenheit. Geblieben sind schöne Erinnerungen und Bilder – rund 550 sind es geworden. Darunter auch viele Fotos meiner Familie. Die haben hier natĂŒrlich nix zu suchen. Na gut, einen Bollerwagen habe ich fĂŒr Euch – mit dem haben wir die Tochter zum Strand gekullert. Außerdem konnte sie prima darin schlafen.

Bollerwagen in DĂŒne auf Borkum
Bollerwagen in DĂŒne auf Borkum
Abschied von Borkum.
Abschied von Borkum.

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