Test Panasonic HC-X900M

Groß ist sie geworden. Die X900M von Panasonic ist für einen kompakten Camcorder schon fast klobig. Die Kamera ist 16 Zentimeter lang und misst an der breitesten Stelle 6,5 Zentimeter.

Das Mehr an Größe hat einen Vorteil: Die X900M liegt gut in der Hand. Der Nachteil: Die Kamera liegt nicht mehr gut in der Tasche. Sie passt nur noch mit Mühe in den Mantel oder Anorak.

Besser bei wenig Licht

Größer geworden ist auch die Blendenöffnung der X900M. Jetzt ist maximal Blende 1,5 möglich. Panasonic verspricht den Kunden damit eine bessere Lichtausbeute in dunklen Umgebungen.

Testaufnahmen bei geringem Raumlicht sehen gut aus mit der Kamera. Wenn es aber im Finstren auf die Straße geht, rauscht es doch. Irgendwo gibt es eben auch technische Grenzen bei den drei ¼-Zoll-CMOS-Sensoren.

Aufnahmen bei Helligkeit sind wie schon bei den Vorgängern knackig und wirklich schön. Die X900M macht einfach tolle Bilder – auch im Nahbereich.

Die Panasonic HC-X900M in der Frontal-Ansicht

Guter Bildstabilisator

Besonders gefallen hat mir der Bildstabilisator. Selbst bei vollem optischen Zoom – der geht bis Faktor 12 – sind noch wackelfreie Einstellungen möglich.

Aus den bei langen Brennweiten ruckartigen Wacklern der Hand macht der Stabilisator sanfte Bewegungen. Die fallen kaum störend auf, so lange genügend Action im Bild ist. Hier hat Panasonic deutliche Fortschritte gemacht. Auch Rollbewegungen der Kamera gleicht der Stabilisator ein wenig aus.

Über den 12fachen optischen Zoom hinaus bietet die X900M auch noch einen digitalen Zoom, der die Filmbilder auf das 23fache vergrößert. Das Ergebnis solcher Zoom-Aufnahmen sieht gar nicht so schlecht aus. Übrigens arbeitet auch bei solchen Vergrößerungen der Bildstabilisator noch sinnvoll.

Wie ihre Vorgänger hat die X900M auch 1080/50p. Das eignet sich besonders für Sportaufnahmen mit schnellen Bewegungen oder wenn man plant, das Video später in einer Zeitlupe darzustellen.

Die Panasonic HC-X900M in der Rückansicht

Aufzeichnung intern und auf Karte

Aufgezeichnet wird auf den internen 32-Gigabyte-Speicher. Zusätzlich nimmt die Kamera SD-Karten auf. Das schafft genug Platz für längere Drehtage.

Ton nimmt die X900M in 5.1 Surround auf. In der Praxis ist das Kamera-Mikro aber nur eingeschränkt zu gebrauchen. Bei Wind rauscht es vernehmlich.

In leisen Umgebungen regelt die Automatik die Empfindlichkeit außerdem so hoch, dass man den rauschenden Lüfter deutlich hört. Das ruiniert die Aufnahme.

Wer die X900M ernsthaft einsetzen will, sollte sich noch ein Aufsteck-Mikrofon holen. Das passt wunderbar auf den mitgelieferten Zubehörschuh und sorgt für besseren Ton.

Bessere Bedienbarkeit als bei Vorgängern

Ganz verschwunden sind die windigen Knöpfe am Display. Das Menü der X900M ist ausschließlich über das Display selbst zu erreichen. Das ist eine gute Entwicklung. Das Menü ist aufgeräumt, man findet sich in den Optionen schnell zurecht.

Die eingesparten Knöpfe schaffen mehr Raum für das Display, das jetzt 8 cm breit und 4,5 cm hoch ist. Die Auflösung liegt bei 1.152.000 Bildpunkten. Beim Scharfstellen hilft das Peaking und zeichnet an die scharfen Stellen blaue Farbsäume.

Ein frei belegbarer Focusring erlaubt, beispielsweise die Schärfe von Hand zu ziehen. Auch alle anderen Parameter lassen sich manuell einstellen.

Manko Stromversorgung

Bleibt als einziges Manko die Stromversorgung der Kamera. Das Ladegerät ist dem Spardiktat zum Opfer gefallen und muss extra nachgekauft werden. Wer darauf verzichtet, muss seine Kamera zum Nachladen an das Stromnetz hängen.

Und das wird oft nötig sein, denn der Minimal-Akku liefert für nur rund 70 Minuten Strom. Für einen Urlaubstag abseits der Steckdose unzumutbar. Ladegerät und Zweitakku sollten Sie also mit einkalkulieren, wenn Sie die X900M kaufen.

Fazit

Die X900M ist eine tolle Kamera, die auf die schon guten Vorgänger noch eins draufsetzt. Allerdings hat die Kamera mit rund 1000 Euro einen stolzen Preis. Wer einen kleinen Camcorder mit professionellen Ambitionen sucht, ist bei der X900M gut aufgehoben.

Die X900M bei Amazon bestellen.

Ähnliche Beiträge

Teilen macht Spaß...Share on Facebook2Share on Google+2Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0

Schreibe einen Kommentar