Warum sich mein Pegasus 2 R4 lohnt

Puh, war das eine Woche.  Zwei Tage drehen, zwei Tage Schnitt. Ausgangsmaterial in 4k, rund 500 Gigabyte an Daten. Zu viel für ein paar externe USB-Platten. Als der Auftrag zu dem Dreh kam, war das für mich der Anlass, endlich ein Teil zu kaufen, um das ich schon seit einem Jahr herumschlich: Ein Pegasus 2 R4 Raid. Ganz brav in der kleinsten Version mit 4×2 TByte – nutzbar davon in meiner Konfiguration 6 TByte.

Pegasus 2 R4
Das Pegasus 2 R4 auf meinem Schreibtisch

Warum ich das Gerät wollte? Ich hatte genug davon, auf USB-3-Wechselplatten zu schneiden. Zwar ging das ganz ok von der Geschwindigkeit her. Aber die Platten gingen alle paar Minuten in den Schlafmodus und neigten auch immer mal wieder, sich aus dem System zu verabschieden.

Außerdem hatte ich die Vorahnung, dass die USB-3-Platten mit 4k-Footage in 4:2:2 vielleicht überfordert sein könnten. Klar, kann Final Cut Pro X dann Proxies rausrechnen… Aber hey, ich wollte neue Hardware.

Also habe ich mir den Pegasus Raid gekauft. Nach der Lieferung gleich angeschlossen und gestartet. Er lief vom ersten Anschalten an prima.

Die Performance des Pegasus 2 R4

Vielversprechend: Der Pegasus Speet Test ist im roten Bereich.
Vielversprechend: Der Blackmagic Disk Speed Test ist im roten Bereich.

Auch die ersten Tests mit dem Blackmagic-Tool waren sehr vielversprechend. Ich habe dann mal meine aktuelle Schnittplatte auf das Raid kopiert und konnte dort sofort weiter machen. Allerdings war die Platte noch ein paar Stunden damit beschäftigt, sich selbst zu organisieren. So ein Raid-5-System bedeutet erst einmal Arbeit für die Festplatten.

Danach aber bedeutet es: Mehr Sicherheit und vor allem mehr Power! Das via Thunderbolt angeschlossene System ist sauschnell. Wobei ich noch mehr Geschwindigkeit herausholen könnte, wenn ich auf Raid 0 umschalten würde. Dann arbeitet das Pegasus ohne Redundanz und verteilt die Daten so über die vier Festplatten, dass sie enorm schnell gelesen und geschrieben werden. Nachteil: Eben keine Redundanz wie mit Raid 5. Bislang komme ich mit dieser langsamen aber sicheren Variante gut klar.

Die 4k-Footage

Und dann kam sie, die Footage. Vom ersten Tag rund 250 GByte. Ab auf den Pegasus und von da in Final Cut Pro X.

Um es kurz zu machen: Ich habe nicht bemerkt, dass ich es mit großen Datenmengen zu tun hatte. FCPX ist geflutscht, alle Vorschaubilder waren im Nu da. Ich konnte prima arbeiten. Ab da hatte sich das Pegasus für mich schon gelohnt.

Mittlerweile, Stand Sommer 2018, habe ich viele Projekte problemlos mit dem Pegasus gespeichert und geschnitten. Bislang gab es keinen einzigen Ausfall oder Absturz. Ein Problem ist allerdings der locker sitzende Thunderbolt-Stecker. Ein Wackler daran, und das Pegasus verabschiedet sich aus dem System.

Pegasus R4 ist laut

Großer Kritikpunkt: Das Pegasus ist laut. Nix für einen geräuscharmen Arbeitsplatz. Immerhin geht es mit dem Mac brav in den Ruhezustand und schaltet sich dann ab. Doch beim Arbeiten röhrt das Pegasus wie einst mein Tower PC. Und das geht gar nicht. Verantwortlich ist wohl der Netzteillüfter des Raid-Systems. Der ist klein und dreht hoch.

Ich habe zunächst versucht, das Problem zu lindern, indem ich das Raid unter meinen Schreibtisch verbanne. Das hat etwas mehr Ruhe gebracht. Doch das Brummen war unüberhörbar.

Also habe ich mich nach langem Zögern entschieden, in ein unfassbar teures optisches Thunderbolt-Kabel zu investieren. Damit konnte ich das Raidsystem in meinen Serverraum verbannen. Seitdem habe ich einerseits Ruhe, andererseits ein schnelles Raidsystem mit hoher Kapazität, das für meinen Bedarf in der Post Produktion dicke ausreicht.

Corning Thunderbolt Kabel
Optisches Thunderbolt-Kabel von Corning. Sauteuer, aber dafür ist jetzt Ruhe am Arbeitsplatz.

Funktioniert das Pegasus R4 auch mit APFS?

Anfang 2018 habe ich dann ein Experiment gewagt und das Raidsystem auf APFS umgestellt. Das neue Apple Filessystem ist zwar für SSDs gedacht – aber ich wollte es auch auf mein Raidsystem packen. Denn das Versprechen, dass doppelte Dateien nicht auch doppelten Speicherplatz verbrauchen, fand ich verlockend. Also habe ich das System auf APFS umgestellt und kann vermelden: Keine Probleme. Seit etwa einem halben Jahr (Stand Juni 2018) läuft das R4 ohne Probleme mit APFS.

Ergänzung Dezember 2018: Habe wieder auf HFS umgestellt. Grund waren inkonsistente Angaben über den freien Speicherplatz und andere Ungereimtheiten, die sich in der laufenden Arbeit ergeben haben. Datenverluste gab es nicht, aber das R4 hat bei nur 3 TByte Daten auf dem System angegeben, es seien nur noch rund 250 GByte frei. Es gäbe dann noch 2,7 TByte löschbare Dateien – ich fand aber keinen Ansatz die zu löschen. Ob das nun ursächlich mit APFS zusammenhängt, vermag ich nicht zu sagen. Aber da das Pegasus R4 essentiell ist für meine Arbeit, beende ich das Experiment APFS an dieser Stelle.

Lohnt das Pegasus R4 heute noch?

Seit der Anschaffung sind gut zwei Jahre vergangen. Seither sind SSDs deutlich günstiger geworden. Ich habe mir auch überlegt, das Pegasus-Raid mit SSDs zu ersetzen. Doch das lohnte noch nicht. Denn für 6 TByte Kapazität muss ich doch einige Euro hinlegen. Also bleibt das Pegasus sicher noch ein paar Jahre in Betrieb. Müsste ich allerdings heute etwas Neues anschaffen, würde ich mir die Anschaffung externer SSDs gut überlegen. Denn die sind leise und ich muss sie nicht mit teuren Kabeln in den Serverraum verbannen.

Fazit: Sehr zuverlässiges aber für kreative Arbeitsplätze zu lautes System.

Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

 

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