Blackmagic URSA – der Preisbrecher mit 4K

Normalerweise widerstrebt es mir, über Produkte zu schreiben, die ich nur auf dem Papier oder auf der Website kenne. Bei der Blackmagic URSA mache ich eine Ausnahme. Denn diese Kamera hat das Zeug, den Markt von unten her aufzurollen. Sie bietet – auf dem Papier – super Features zu einem wirklich günstigen Preis. Sie wird Sony, Panasonic, Red oder Arri ganz schön Feuer unter dem Hintern machen.

Quelle: Blackmagic Design (http://www.blackmagicdesign.com/press/images?productID=59863)
Quelle: Blackmagic Design

Ich überlege ernsthaft, meine F3 gegen die neue URSA einzutauschen. Dafür habe ich drei Kaufgründe gesammelt. Warum ich mir die Kamera dennoch nicht kaufe, verrate ich Euch am Schluss dieses Blog-Artikels.

1. Kaufgrund: Das Zehn-Zoll-Display

Zehn Zoll! Wie lange quäle ich mich schon mit winzigen Displays auf denen man die Schärfe – wenn überhaupt – nur mit Peaking beurteilen kann. Wie kann man als Kamerahersteller nur diese lächerlichen 3-Zoll-Displays einbauen? Wer bequem arbeiten will, muss sich einen externen Monitor kaufen – oder auf riskante Spielereien mit der Schärfe verzichten. Ich verzichte meistens: In der Praxis gehe ich nur ungern unter Blende 4, um immer ein wenig Schärfereserve zu haben.

Blackmagic hat erkannt, dass Kameraleute gerne auf etwas größeres als Briefmarkenbildchen gucken. Und sie haben ein Zehn-Zoll-Display eingebaut.

Zehn Zoll! Zehn! 10! Hammer!

Bleibt natürlich die Frage: Ist das Display wirklich gut? Ist es scharf genug? Wie gut ist der Kontrast? Wie gut die Farbwiedergabe? Wie sieht es in hellen Umgebungen aus? Das kann nur die Praxis zeigen. Aber so ein Display. Das ist Kaufgrund Nummer 1!

2. Kaufgrund: Die Ausstattung

35mm-Sensor, 4K, Objektiv-Mounts für EF und PL, ProRes, RAW-Aufzeichnung? Das ist High End. Ich mag große Sensoren, weil sie viel Raum für Bildgestaltung lassen, 4K wird kommen – ob es für die TV- oder Web-Produktion sinnvoll ist oder nicht. Und ich würde die EF-Version wählen, weil ich damit meine Canon-Linsen weiter verwenden kann.

Die gute Ausstattung ist für mich der zweite Kaufgrund.

3. Kaufgrund: Der Preis

6.000 Dollar kostet die URSA in der EF-Version. Vermutlich wird der Betrag in Euro dann auch der Kaufpreis hierzulande werden. Drehfertig ist die Kamera damit natürlich noch nicht. Ich brauche noch ein Akku-Mount, eine Basisplatte wäre auch sinnvoll. Den Rest hätte ich: Gute Canon-Objektive, Schulterauflage, Follow Focus. Ich schätze, mit 7.000 Euro wäre ich dabei.

Warum ich die Kamera trotzdem nicht kaufe

Eine Kamera für 6.000 Euro ist eine Riesen-Investition, auch wenn sie in diesem Fall verhältnismäßig preiswert ist. Preiswert im Verhältnis zu einer F5 oder zu einer Arri Amira.

Fakt ist aber, dass ich keine neue Kamera brauche. Meine F3 reicht noch eine ganze Weile, um optisch schöne HD-Videos zu liefern. Wenn ich 422 brauche, hänge ich den Rekorder dran und wenn ich in 4K drehen muss, leihe ich mir eine Kamera.

Und noch einen Grund gegen den Kauf habe ich: In der EF-Version gibt es keinen eingebauten ND-Filter. Wer bitte denkt sich so etwas aus? Ein zuschaltbarer ND-Filter ist meiner Ansicht nach ein absolutes Muss. Letztlich ist es gut, dass die Kamera so einen Makel hat. Dann muss ich mir keine weiteren Gedanken machen.

(Immerhin die Broadcast-Fassung der URSA wird zuschaltbare ND-Filter bekommen. Aber die will ich nicht.)

Ich muss mir also keine Blackmagic URSA kaufen. Mein Konto freut sich.

Obwohl die URSA schon toll ist. Und unschlagbar günstig.

Vielleicht werfe ich doch einmal einen Blick auf die URSA, wenn sie auf dem Markt ist. Den ND-Filter kann Blackmagic ja noch nachliefern. In einem Jahr denke ich noch einmal darüber nach. Bis dahin kann ich ja schon mal ein bissl was ansparen.

Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

 

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