Ein altes Sigma-Telezoom an der PMW F3

Über die Feiertage war meine Kamera überwiegend in der Ecke gestanden. Nur einmal durfte sie fünf Minuten drehen für den Tippscout. Ab und zu brauche ich einfach Abstand zum Drehen, zur Kamera und zu dem ganzen Drumherum der Videoproduktion.

Aber irgendwann packt es mich dann, meist zu einer unmöglichen Zeit. Heute Nachmittag zum Beispiel. Wir haben den 5. Januar, ab 16 Uhr ist die Sonne praktisch weg. Dennoch habe ich die Idee, doch mal die alte Sigma-Zoomlinse an die F3 zu hängen und ein paar Probeschüsse in den Garten zu machen. Nach meinen vorherigen Tests mit der Enna Lithagon und alten Pentax-Linsen bin ich recht zuversichtlich.

Ein Sigma Telezoom 100-300mm 1:4.0 an einer Sony PMW F3.
Ein Sigma Telezoom 100-300mm 1:4.0 an einer Sony PMW F3.

Objektivhalter von Barilla

Die Konstruktion ist noch reichlich wackelig. Denn das Sigma-Zoom hat einen Nikon-Anschluss. Den habe ich mit einem Adapter auf Canon-EF umgerüstet. Und das Ganze hängt wiederum am MTF-Adapter. Der Adapter von Nikon auf EF allerdings taugt nicht viel. Das Objektiv hat da ziemlich viel Spiel. Ich werde mir wohl mal noch ein alternatives Produkt besorgen müssen. Dann wenn das Objektiv nicht ganz plan aufsitzt fürchte ich, dass es keine gleichmäßige Schärfe über das ganze Bild hinweg gibt.

Um das Objektiv ein wenig zu stabilisieren habe ich ein Stück Pappe zwischen die Rohre der Leichtstütze und den Stativ-Fuß des Objektivs geklemmt. Hält einigermaßen und entlastet die Adapter. Ich habe mich heute Nachmittag auch mal umgesehen. Eine ordentliche Stütze von Chrosziel würde um die 330 Euro kosten. Seufz.

Also erst einmal einen neuen Adapter besorgen und schauen, ob das Objektiv damit fest und plan sitzt, dann testen und dann eventuell die Stütze kaufen.

Jedoch: Geduld ist nicht meine Stärke. Für einen ersten Test langt es auch mit Wackeladapter und Barilla-Objektivstütze.

Zu finster

Telezoom ausprobieren? Tolle Idee, wenn es finster ist. Trotz 12dB Signalverstärkung kam nur finsterer Kram heraus. Nicht einmal der von der untergehenden Sonne angeleuchtete Himmel brachte genug Licht für sinnvolle Tests.

Bäume im Sonnenuntergang im Januar 2014. Gefilmt mit der PMW F3 und einem Sigma 100-300mm 1:4.0
Bäume im Sonnenuntergang im Januar 2014. Gefilmt mit der PMW F3 und einem Sigma 100-300mm 1:4.0

Also ab nach Innen, alle Lichter an und schließlich auch noch die Ledzilla auf der Kamera montiert. Wieder einmal durfte ein Hund herhalten. Fini ist nach unserer Neun-Kilometer-Joggingrunde heute eh schön müde und hält brav still, als ich sie aus etwa dreieinhalb Metern Entfernung drehe.

Dalmatinerin Fini aus rund 3,5 Metern Entfernung aufgenommen.
Dalmatinerin Fini aus rund 3,5 Metern Entfernung aufgenommen.

Trotz voll aufgedrehtem Kopflicht ist einfach immer noch zu wenig da. Die Sigma-Linse bietet mit Blende 4 nicht so viel Lichtstärke, wie ich sie gerne hätte. Die Testaufnahme, die Ihr oben seht ist deswegen nicht so richtig perfekt. Ich musste sie ein wenig aufziehen, deshalb sieht man etwas rauschen. Und die Schärfe. Naja, die Schärfe kann ich besser beurteilen, wenn ich etwas mehr Licht habe.

Ich werde mich also in den nächsten Tagen noch einmal ranmachen und mit dem Sigma-Telezoom ein paar Tests drehen.

Nachtrag: ND raus!

Au weia. Einen Tag später packe ich die Kamera noch einmal auf das Stativ und will ein paar Probeschüsse gemeinsam mit meiner Frau drehen. Nach einigem Herumprobieren fällt mir auf, dass ich den ND-Filter drin habe. Damit werden die Aufnahmen im Raumlicht natürlich stockfinster.

Peinlich das. Aber so etwas passiert, wenn man mit dem Gedanken „Ist eh zu dunkel“ an die Tests heran geht.  Ich schieb’s mal auf den Urlaub und dass ich gestern zu entspannt an die Sache heran gegangen bin 😉

Sigma Telezoom – Test bei Tag

Nach meinem ND-Filter-Desaster gestern habe ich heute noch einmal ein paar Probeaufnahmen gedreht. Franziska und Chico, ihres Zeichens Gattin und Kleinsthund standen mir Modell. Ich habe die beiden in den Wintergarten gestellt, so dass ich an diesem Wolkentag schön gestreutes Tageslicht habe.

Um  sinnvoll die Schärfe zu beurteilen, habe ich aus rund drei Meter Entfernung noch einen Kunstlicht-Spot auf die beiden gerichtet. Das ist nicht die hohe Schule der Ausleuchtung, aber mir geht es ja vor allem darum, zu überprüfen, ob die Schärfe der Telezoom-Linse passt.

Scharf, aber schwierig

Die Schärfe habe ich hinbekommen. Allerdings geht es beim Scharfstellen am Drehring des Objektivs um Bruchteile eines Millimeters, in denen ich zwischen scharf und unscharf schwanke. Um sinnvoll mit dem Zoom zu arbeiten, müsste ich meinen Follow Focus anbauen. Und dafür wiederum muss ich die Kamera auf der Leichtstütze noch ein wenig nach hinten verschieben. Denn der Schärfering des Objektivs ragt über die Schienen der Leichtstütze hinaus. Mal sehen, ob da genug Platz herausspringt. Ansonsten brauche ich eine andere Lösung.

Während des Drehs die Schärfe zu ziehen, hat immer zu Wacklern geführt. Klar, bei der Vergrößerung wackelt das Bild ja schon, wenn ich nur daran denke, an die Kamera zu greifen.

MIt ein bissl Licht und ohne ND-Filter liefert das Sigma Telezoom gute Bilder. Die Nahe hier ist aus rund vier Metern aufgenommen.
MIt ein bissl Licht und ohne ND-Filter liefert das Sigma Telezoom gute Bilder. Die Nahe hier ist aus rund vier Metern aufgenommen.

Abblenden

Nachdem ich, *hüstel*, endlich den ND-Filter deaktiviert habe, gibt es auch genügend Licht, um ein wenig abzublenden. Das gibt mir mehr Spielraum bei der Schärfe. Dennoch war bin mit den Großaufnahmen nicht so richtig zufrieden. Mag es an der schwierigen Schärfeeinstellung liegen oder am Objektiv: Bei 300mm Brennweite aus vier bis fünf Metern Entfernung bekomme ich nicht diese Knackschärfe, die ich gerne hätte. Möglicherweise klappt das besser, wenn ich den Follow Focus anbauen kann. Denn damit lässt sich die Schärfe deutlich feinfühliger ziehen.

Aber gut – für Großaufnahmen aus vier Metern Entfernung brauche ich die Linse auch nicht unbedingt. Für Veranstaltungen werde ich maximal Nahaufnahmen brauchen, also von der Brust aufwärts.

Das habe ich dann auch probiert, ein bissl aufgezogen und siehe da: Das sieht nicht schlecht aus. Im Video könnt Ihr das auch sehen. Die Schärfe ist gut.

Fazit

Jetzt hole ich mir mal einen neuen Adapter, damit ich die Sigma-Linse wirklich fest und plan an die Kamera bekomme. Dann probiere ich noch ein wenig und nehme das Zoom auch mal zum realen Einsatz mit. Denn oft bieten sich hier ganz gute Gelegenheiten, Objektive auszuprobieren – natürlich erst, wenn alle anderen Einstellungen sicher im Kasten sind.

Nach den ernüchternden Tests gestern ist das heute ein klarer Lichtblick. Bin doch recht angetan von der Linse. Das schöne ist ja auch, dass die einen eigenen Blendenring hat. Ich brauche also auch nicht das Steuergerät für die Blendenregelung.

Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

 

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