Mein Schnittplatz

Da ist mein Schreibtisch doch gerade so schön aufgeräumt. Dachte ich, ich mach mal ein Foto und zeige Euch, womit ich tagtäglich arbeite. Vorweg: Das ist natürlich schwer vergleichbar mit einem richtigen Schnittplatz. Andererseits: Was ist ein Schnittplatz heute? Ich mache hauptsächlich Internet-Video – und dafür ist dieser Arbeitsplatz ideal. Also für mich ideal.

Also fangen wir an mit einem groben Überblick.

Computer und Monitor

Den meisten Platz braucht mein iMac Retina 5K mit 27 Zoll Bilddiagonale. Den habe ich mir Anfang 2015 gekauft. Im Rechner stecken der 4 GHz Intel Core i7 und 24 GByte Speicher. Die Fusion Drive-Platte ist mit einem Terabyte relativ klein. Aber sie reicht für Betriebssystem und Anwendungen. Von der Geschwindigkeit her bleiben keine Wünsche offen. Im 4k-Schnitt geht alles flott – HD sowieso.

Kernstück meines Arbeitsplatzes ist ein iMac 5k Retina.
Kernstück meines Arbeitsplatzes ist ein iMac 5k Retina.

Mit dem Kauf des 5k Retina habe ich den zweiten Bildschirm abgeschafft, der sonst links neben dem Mac stand. Beim Schnitt zeigte mir der Zweitschirm immer die Footage. War auch ganz praktisch, ist jetzt aber nicht mehr nötig. Dank Retina-Display sehe ich HD in voller Auflösung, obwohl dafür nur ein Viertel des Screens draufgeht. So bleibt genug Platz für die Timeline und die Footage.

Für die Farbkorrektur schalte die die Ereignisanzeige aus (die Footage ist in FCPX in Ereignissen organisiert) und aktiviere dann die Kurvenansicht. (Das sind zwei Hotkeys: [ctrl – alt -1] und [befehl -7].)

Der Ton

Ich habe sehr lang dieses schicke gläserne Soundsystem von Harman Kardon gehabt – bis es aus dem Leim ging. Nach einigem Umsehen habe ich mich dann für Monitor-Lautsprecher an meinem Schnittplatz entschieden. Die Tannoy Reveal 502 gelten als Einsteigermodelle und erfüllen meine Bedürfnisse schon fast zu gut – man hört halt wirklich jede Unreinheit im Ton. Die Boxen nehmen zwar eine Menge Platz weg, aber ich möchte sie nicht mehr missen. Denn sie haben auch gut Wumms beim Musik hören.

Unter den Boxen steckt Schaumstoff. Der dämmt einerseits zum Tisch hin, stellt andererseits die Boxen etwas schräg, so dass sie meine Ohren besser erreichen. (Ich glaube, der Fachbegriff ist irgend etwas mit Sweet Spot).

Für den Ton sorgen zwei Tannoy Reveal 502 Monitor-Lautsprecher.
Für den Ton sorgen zwei Tannoy Reveal 502 Monitor-Lautsprecher.

Als Audiointerface dient das Saffire Pro 14 von Focusrite. Das hat vor ein paar Jahren das M-Audio Firewire 410 abgelöst, als es dafür keine Software-Updates mehr gab.

Das Audio-Interface Focusrite Saffire Pro 14 nimmt Ton auf und speist die Lautsprecher.
Das Audio-Interface Focusrite Saffire Pro 14 nimmt Ton auf und speist die Lautsprecher.

Der Job des Saffire: ein ordentliches Mikrofon per XLR-Anschluss mit dem Mac verbinden. Das brauche ich für Screen Videos, Voice Over oder – wenn es mal wieder so weit kommt – für Podcasts.

Neben dem Mikro-Eingang speist das Saffire die beiden Tannoy-Lautsprecher und dient als Sockel, um den Mac etwas höher zu stellen. Ich mag das Teil.

Das M-Audio Nova reicht für Podcasts und Internet-Video.
Das M-Audio Nova reicht für Podcasts und Internet-Video.

Das M-Audio Nova nutze ich für Voice Over und Screenvideos. Auch hierbei handelt es sich um ein relativ günstiges Einsteiger-Mikrofon. Aber es erfüllt seinen Zweck und hält schon bald seit zehn Jahren. Die Aufhängung in der Spinne ist leider kaputt. Den unteren Gummi hatte ich schon mal gewechselt, nun ist er wieder ausgeleiert. Muss ich bald mal in Ordnung bringen.

Festplatten satt

Wohin mit den Daten? Schließlich erzeugt ein Schnittplatz ordentlich Material – selbst in HD Produktionen kommen Projekte schnell mal auf 80 bis 100 GByte.

Das Pegasus 2 R4 habe ich mir Anfang 2016 gekauft, als das erste 4k-Schnittprojekt ins Haus stand. Und den Kauf habe ich nicht bereut. Das System ist wirklich sauschnell. Kleiner Nachteil: es ist ziemlich laut. Wenn ich nicht schneide, bleibt das Raidsystem aus. Auf dem Pegasus habe ich nur Schnittprojekte. Sonst nichts. Auf dem Pegasus habe ich meine Schnittprojekte, außerdem meine Foto-Bibliothek und meine virtuelle Windows-Computer, die ich gelegentlich mit Parallels starte.

Datenlager: Das Pegasus 2 R4 hat 6 TByte Speicher und ist sauschnell.
Datenlager: Das Pegasus 2 R4 hat 6 TByte Speicher und ist sauschnell.

Zum Raid habe ich noch zwei externe USB-3-Festplatten am Mac hängen. Die Schnittplatte “CUT” dient als Backup für das Raid. Schnittprojekte kopiere ich immer vom Raid auf die CUT. Außerdem lege ich regelmäßig Kopien aller Projekte auf einer Archivplatte an.

Spannender ist die “SCRATCH” – sie ist meine Datenhalde. Die Footage aller neuen Projekte lese ich zunächst auf die SCRATCH ein. Und dort bleiben die Daten auch – gleichsam als erstes Backup, bevor ich die Footage in ein FCPX-Projekt auf dem Pegasus einlesen.

Zwei 2GByte-Platten von Western Digital.
Zwei 2GByte-Platten von Western Digital.

Gelöscht wird grundsätzlich nichts. Sobald eine Platte voll ist, wandert sie ins Regal und wird von einer neuen WD Elements ersetzt.

Und die Eingabe

Meine Maus ist per Bluetooth mit dem Mac verbunden und hat ein Problem: Nach längeren Schlafphasen des Mac geht manchmal die Verbindung verloren. Ärgerlich. Aber ansonsten ist die Logitech MX Anywhere 2 ein prima Zeigegerät: Klein, drahtlos und zuverlässig. Praktisch: das Mausrad lässt sich nach links und rechts drücken. Das ist ideal, um in FCPX durch die Timeline zu scrollen.

Mein Sorgenkind: die MX Anywhere 2 von Logitech.
Mein Sorgenkind: die MX Anywhere 2 von Logitech.

Und falls die Maus mal wieder einen Ausfall hat, hilft das Trackpad. Das verwende ich auch so ganz gerne mal als Abwechslung. Nur beim Schnitt finde ich es nicht so ideal – da bin ich mit der Maus präziser.

Das Apple Trackpad - eher ein Backup, falls die Maus mal wieder nicht mag.
Das Apple Trackpad – eher ein Backup, falls die Maus mal wieder nicht mag.

So sieht er also aus mein Schnittplatz an dem ich nicht nur schneide, sondern auch vertone, schreibe und – natürlich – spiele.

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2 Gedanken zu “Mein Schnittplatz”

  1. Moin moin – eine Frage/Anmerkung zur Datenhalde: “Gelöscht wird grundsätzlich nichts. Sobald eine Platte voll ist, wandert sie ins Regal und wird von einer neuen WD Elements ersetzt.” Ich mache das ähnlich, aber denke manchmal, dass eine Platte, die ein paar Jahre voll, aber ungenutzt im Regal steht, kein zuverlässiges Medium für eine Langzeitarchivierung ist. Deshalb speichere ich lieber auf Blueray. Da passt natürlich nicht so viel drauf, aber die Platte hält sicherlich Jahrzehnte – mind. aber bis zu meinem Lebensende

    • Ja, Langzeitarchivierung ist in der Tat ne heikle Sache. Aber eine Bluray hätte leider viel zu wenig Kapazität für meinen Bedarf. Ich muss einfach hoffen, dass die Festplatten nix verlieren 😉

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