Panasonic HC X929 Erfahrungen

Seit vielen Jahren habe ich eine Panasonic HDC SD 707. Inzwischen ist die Kamera fast in Rente. Aber ich bekomme jedes Jahr noch von Panasonic den jeweils neuesten Camcorder fĂĽr ein Weilchen zum Test. Diesmal ist es die HC X929. Highlights: Neue BSI-Aufnahmesensoren und WLAN.

Ich habe die X929 jetzt auf zwei Dreheinsätzen dabei gehabt und mit ihr Schnittbilder aus der Hand gedreht. Solche Einstellungen braucht man, um sie zwischen andere Szenen zu schneiden, damit beispielsweise Filme von Vorträgen ein wenig spannender werden.

Der Vorteil der X929: Sie liefert im Automatik-Modus sehr gute Bilder, auch wenn das Licht nicht so toll ist. Das Material ist richtig gut geworden.

Panasonic XC929
Panasonic XC929

Bling Bling

Einzig nervend war der „Bling“-Ton, den die Kamera bei jeder Gelegenheit von sich gibt. Während eines Vortrages ist das ausgesprochen störend. Bestimmt kann man die Töne irgendwo ausschalten.

Noch ein dicker Vorteil der kleinen Kamera: Der Bildstabilisator arbeitet wirklich sehr gut. Aus der Hand lassen sich mit der X929 tolle Bilder drehen, ohne dass alles zittert und wackelt.

Der Umschalter auf 50p ist übrigens gegenüber den Vorgänger-Modellen verschwunden. Wer in 50p drehen will, muss dies im Menü einstellen. Ärgerlich ist, dass hier zwar mehrere Bild-Qualitätsstufen angeboten werden, jedoch unklar bleibt, was sich nun genau hinter „1920 HE“ verbirgt. Das muss man dann im Handbuch nachschauen.

Ein dickes Minus gibt es für den mitgelieferten Akku. Der ist lächerlich klein und der Käufer wird gezwungen, gleich noch einen zweiten Akku mitzubestellen, wenn er einigermaßen über einen Drehtag kommen will.

Testaufnahmen

WLAN wozu?

Das WLAN-Feature mag gut finden, wer will. Ich finde es überflüssig und kompliziert. Die Kamera kann entweder selbst als Access Point auftreten oder sich in ein WLAN einklinken. Der eingebaute Access Point ist dann sinnvoll, wenn kein Funknetzwerk sonst in der Nähe ist.

WLAN Fernsteuerung per Smartapp

Der einzige Einsatzzweck, der sich mir derzeit fĂĽr die WLAN-Funktion erschlieĂźt, ist die Fernsteuerungs-App. Die kann man gratis fĂĽr das Smartphone herunterladen. Ăśber die App stellen Sie den Zoom ein, starten und stoppen die Kamera. Das eignet sich bestimmt ganz gut fĂĽr Naturaufnahmen, bei denen man die Kamera so platziert, dass sie zum Beispiel ein Vogelnest im Bild hat. Dann weg von der Kamera, um die scheuen Tiere nicht zu verscheuchen und dann aus der Ferne drehen.

WLAN-App zur Steuerung der XC929
WLAN-App zur Steuerung der XC929

Auch für die Raumüberwachung lässt sich das WLAN-Feature nutzen. Aber insgesamt scheint mir das WLAN-Zeug ein wenig zu aufgesetzt. Aber das mag jeder anders sehen.

Die Technik im Inneren

Im Inneren der Kamera stecken drei CMOS-Sensoren – jeweils einer fĂĽr die Grundfarben Rot, GrĂĽn und Blau. Das ergibt ein besonders klares und gutes Bild. Die Chips sind 1/2,3 Zoll groĂź und arbeiten nach dem BSI-Verfahren. BSI steht fĂĽr „Back Side Illumination“.

Das bedeutet: Das Licht gelangt von der Rückseite her auf die Sensor-Fläche. Der Vorteil dabei ist, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Sensoren keinerlei Elektronik vor dem Chip den Lichteinfall stört. Das bedeutet: Höhere Lichtempfindlichkeit.

Ich finde die Empfindlichkeit ganz gut. Allerdings bin ich nicht der große Nachtfilmer. Wer sich ansehen möchte, welche Bildqualität die Kamera bei Nacht bringt, kann sich diese Original-Videofiles ansehen oder herunterladen, die ich auf Google Drive untergebracht habe.

Das 12fache optische Zoom reicht für die meisten Drehsituationen aus. Einen tollen Kinolook werden Sie mit der X929 natürlich nicht erzeugen können. Dazu ist der Chip zu klein.

Ein kleiner Trick hilft trotzdem: gehen Sie mit der Kamera möglichst weit weg vom Objekt und zoomen Sie heran. Je stärker Sie zoomen, desto geringer wird der Schärfebereich. Allerdings funktioniert das natürlich nur dann, wenn Sie genug Platz haben.

AVCHD kompakt und gut

Gespeichert werden die Filme im AVCHD-Format, also Full HD in stark komprimierter Form. Sofern die Filme nicht aufwändig nachbearbeitet werden müssen, reicht AVCHD von der Qualität her allemal und nimmt nicht zu viel Platz weg. In der X929 stecken übrigens SD-Speicherkarten.

Der Ton kommt ĂĽber ein eingebautes 5.1-Mikro auf das Video. Hier wĂĽrde ich aber dringend zu einem externen Mikrofon raten. Denn das interne ist arg windempfindlich.

Fazit

Die kompakten Panasonic-Camcorder wie der X929 sind ein guter Kompromiss: Einerseits leicht und klein, andererseits mit guter Leistung. Die X929 eignet sich sehr gut fĂĽr Hobby-Filmer mit Ambitionen ebenso wieals Zweitkamera fĂĽr Profis. Denn die kommen mit den groĂźen Kameras auch nicht immer ĂĽberall hin.

Der Preis von rund 1.000 Euro geht angesichts der Leistung in Ordnung. WLAN finde ich überflüssig, die Bildqualität der X929 jedoch überzeugt.

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