Der mit der Kamera und den Dalmatinern

Kerstin Hoffmann hat in ihrem Aufruf zur Blog- (und Social Media-) Parade recht: Meine Marke ist nicht, was ich glaube, zu sein. Es ist, was die Anderen in mir sehen. Was bedeutet das für meine Arbeit? Und wie versuche ich, meine „Marke“ zu beeinflussen? Hier mein aktueller Status in Sachen Markenbildung und ein Blick auf meine sozialmedialen Aktivitäten – besonders Youtube.

Meine Marke ist die Wahrnehmung der anderen

Das mit der „Marke“ ist ja so eine Sache. Bin ich nicht viel mehr als dieser eine Aspekt, den die Marke zeigt? Klar bin ich. Aber so ist das nun einmal mit uns Menschen: wir suchen Strukturen, Kategorien, in die unser Leben – und auch andere Menschen – hineinpassen. Wenn ich statt „Marke“ den Begriff „Außensicht“ oder „Außenwahrnehmung“ verwende, fällt es vielleicht leichter, zu verstehen, worum es eigentlich geht:

Andere nehmen mich anders wahr als ich selbst.

So weit zum Offensichtlichen. Jetzt konkret.

Wer bin ich eigentlich?

Die Antwort kam vor vielen Jahren von einer Kollegin: Du bist für mich „Video und Dalmatiner“. Und das war genau das Abbild meiner sozialmedialen Präsenz. Ich habe über das Filmen und über meine Hunde geposted. Vor allem auf Facebook.

Der Videomensch mit den Dalmatinern

Als ich um 2007 herum mit der Videoproduktion anfing, habe ich mich auf allen Kanälen zum Videofilmer gemacht:

  • Mit einem Profilbild, das mich mit Kamera zeigt
  • Mit Statusmeldungen, die erzählen, was ich da gerade mache

Damals waren mir aber zwei Dinge nicht bewusst:

  1. Im ersten Anlauf als Videofilmer würde ich scheitern.
  2. Die Marke als Videograph bekomme ich so dennoch nicht mehr los.

Fangen wir mit dem Scheitern an. Es hat nicht gleich so geklappt, wie ich wollte. Kurzfassung: Nur mit einer großen Kamera ist niemand ein Videojournalist. Ich habe mich also nach zwei Projekten entschieden, einen Schritt rückwärts zu gehen. Filmen als Hobby zu betreiben. Zu lernen.

Natürlich habe ich auch über das Lernen mit der Kamera erzählt. Es hat dem Markenbild offenbar nicht geschadet, vom Scheitern und vom Lernen zu erzählen.

Mein Kommunikationsmix

Mein Web-Auftritt ist die Zentrale aller Aktivitäten. Ich stehe auf Owned Content. Hier schreibe ich Fachbeiträge, gebe Tipps und veröffentliche meine Meinung rund um Themen zur Videoproduktion.

Youtube ist für mich eine wichtige Plattform. Hier veröffentliche ich Tutorials, gelegentlich Tests oder Vlog-Beiträge. Dabei achte ich darauf, dass ich selbst vor der Kamera stehe – auch wenn es nicht notwendig wäre, jedes Bildschirmvideo anzumoderieren. Mir ist die Bildschirmpräsenz wichtig, besonders im Hinblick darauf, dass ich auch Schulungen anbiete.

Facebook besuche und bestücke ich am häufigsten. Meist mit Meldungen über meine Arbeit und ein paar persönlichen Geschichten. Mal ein Foto von einer Reise, mal eines von den Hunden. Privates bleibt draußen – bei der Familie ist eine klare Grenze. Aber der Markenbestandteil „der mit den Dalmatinern“ wird weiter versorgt.

Auf Facebook nutze ich einige, wenige Gruppen – allen voran Filmemacher Deutschland, um mich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Für mich ist das wertvoller Input.

Instagram verwende ich unregelmäßig. Bilder von Reisen, Hunden und der Arbeit. Ob das eine Marke bildet? Vielleicht müsste ich mehrere Instagram-Accounts betreiben? Einen für Hunde, einen für die Arbeit und einen für den ganzen Rest? Wäre wohl ein wenig zu viel des Guten. Mein Plan ist, auf Instagram vermehrt Inhalte zu posten, die auf das Thema Videoproduktion einzahlen. Schöne Bilder von Kameras zum Beispiel.

Twitter war mein Einstieg in soziale Medien. In den frühen Jahren habe ich hier viel gepostet. Inzwischen kommt Twitter viel zu kurz und ist allenfalls automatisierter  Verteiler für andere Kanäle: neue Blogposts, neue Videos, neue Instagram-Bilder – das geht alles auch nach Twitter.

Linkedin ist mein neuer Favorit unter den sozialen Netzen. Hier poste ich kurze Tipps, Erfahrungen aus dem Drehalltag und immer mal wieder ein Technik-Foto.

Auf allen Kanälen folge ich diesen Grundsätzen

  • Ich bin konstruktiv und versuche, zu inspirieren. Keine Rants!
  • Ich bin über die sozialmedialen Kanäle ansprechbar.
  • Ich gebe mein Wissen weiter.

Wo der entscheidende Fehler liegt!

Alles schön und gut mit meiner sozialmedialen Marke. Aber sie hat einen Makel. Ich bin nämlich nicht der mit der Kamera und den Dalmatinern. Sondern der mit der Kamera, den Dalmatinern und dem kleinen schwarzen Mischling – den ich hier nachreiche.

Mischlingsrüde
Da war doch noch einer – na eben: Chico, unser Findelhund aus Mallorca.

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