Shoulder Rig im Eigenbau

Im Februar 2011 habe ich mir für meine EOS 7D und die SD707 ein Shoulder Rig – zu Deutsch ein Schulterstativ – gebaut. Nach ein paar Stunden im lokalen Baumarkt, ein wenig knobeln und rund vier Stunden Arbeit war das Rig fertig.

Hier seht Ihr eine kurze Demo:

Was bringt das Shoulder Rig?

Ich habe mir das Rig gebaut, um die Canon EOS 7D samt ein wenig Zubehör sicher und ruhig halten zu können. Denn freihändig filmen ist mit der 7D ausgesprochen schwierig, zumal ich meist eine Festbrennweite ohne Stabilisator auf der Kamera habe. Mit dem Rig ist das Bild zwar immer noch nicht ganz ruhig, aber schon deutlich angenehmer zu betrachten.

Außerdem erlaubt mir das Shoulder Rig, weiteres Equipment bequem anzubringen – zum Beispiel hängt mein Tascam DR-100 mit auf dem Rig, und arbeitet als Minimalversion eines Richtmikrofons. (Den Ton, den mir die 7D liefert mag ich nicht verwenden, der ist zu verrauscht.)

Da ich an dem Rig selbst rumbohre und schraube, kann ich noch beliebig weiteres Zubehör anbringen – als nächstes werde ich wohl einfach ein paar Blitzschuhe dran schrauben, auf denen ich dann das richtige Richtmikrofon unterbringen kann oder ein Licht oder einen LCD-Monitor oder, oder, oder.

Richtige Shoulder Rigs, die es im Handel gibt, sind übrigens – so weit ich das richtig verstanden habe – nach Standard-Maßen gebaut, damit auf die beiden Schienen unter der Kamera ebenso standardisiertes Zubehör wie ein Follow Focus passt. Den Anspruch erfüllt mein Rig vermutlich nicht – und wenn, dann unabsichtlich.

Hier noch ein kleines Video, das wir für den Tippscout mit dem Shoulder Rig aufgenommen haben – wenn ich richtig hinschaut, seht Ihr ein, zweimal rechts im Bild noch den Tascam, mit dem ich den Ton gemacht habe.

In den hier gezeigten Videos spreche ich über den Zusammenbau des Shoulder Rigs.

Die Idee, so ein Rig zu bauen, geistere schon eine ganze Weile durch meinen Kopf. Ich habe unzählige Videos dazu angesehen und je länger ich mit der Canon 7D gearbeitet habe, desto notwendiger erschien es mir, so ein Rig zu bauen.

Mit einer groben Vorstellung vom Rig bin ich zu Obi gefahren und bin dort zunächst eine Weile herumgeschlendert. Rohre waren schnell gefunden, auch die Alu-Leiste für die Halterung vorne.

Bei den Schraubverbindungen waren die Messingdübel die zündende Idee und die Rohrschellen mit dem Gewinde oben drauf waren ideal, um die Platte auf den Rohren zu befestigen.

Aber seht selbst:

 

Hier sind die Teile, aus denen ich das Rig gebaut habe und die Preise:

Rohrisolierung aus Schaumstoff für die Griffe und Polsterung0,99 €
Rundrohr Innenmesser 10mm silber eloxiert (für die Handgriffe)4,09 €
2x Rundrohr Alu, Innenmesser 10mm (für die Schienen, auf denen die Kamera sitzt)7,98 €
Flachstange Alu (so ein flaches, schmales Blech)5,99 €
Lochplatte 100x240mm (als Halterung für die Kamera)2,59 €
Messingdübel (Packung 6 Stck.)2,89 €
Fußkappen für Rundrohr1,19 €
10 Rohrschellen M8 (mit Gewinde)8,99 €
2 Schrauben 10mm0,98 €
8 Schrauben 8mm (nicht alle benötigt)2,80
Lack (schwarz, matt)4,99 €
Irgend ein Teil, das mit “Karosserie” notiert ist, ich vermute nochmal Beilagscheiben4,49 €
Gesamt Baumarktteile:47,97 €
Hama Gewindesortiment (Partnerlink zu Amazon)26,19 €
Quenox QR-02 Universal-Schnellwechselplatte (Partnerlink zu Amazon)14,99 €
Gesamt überhaupt:89,15 €

Ich hoffe, ich habe jetzt alles beieinander. Schlagt mal lieber 10 Euro drauf für Dinge, die ich jetzt vergessen habe 😉

Ein Gewicht für hinten dran solltet Ihr Euch auch noch besorgen. Zur Not tut es aber eine mit Sand gefüllte Tüte, die Ihr mit Klebeband befestigt.

Das Stativschraubenset und die Schnellwechselplatte habe ich mir aus Bequemlichkeit besorgt. Von den Schrauben habe ich im Moment nur zwei im Einsatz, aber die anderen werden schon auch noch ihren Zweck erfüllen. Im Prinzip würde das Rig nur aus den Baumarktteilen auch funktionieren.

Wenn Ihr sparen wollt, könnt Ihr auch bei Eurem lokalen Foto-Händler in der Krabbelkiste gucken oder Euch auf dem nächsten Flohmarkt nach Schrauben und Schnellwechselplatten umsehen.

Hinzu kämen eigentlich noch die Standbohrmaschine und die beiden Metallbohrer – macht zusammen noch einmal rund 120 Euro. Aber die zähle ich mal nicht mit für Euch. Sowas kann man ja immer brauchen.

Etwas Material ist übrig geblieben, ich werde mir daraus noch eine kleiner Rahmenhalterung für die SD707 bauen. Aber eines nach dem anderen.

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