Gute Videos brauchen ein Team mit klaren Ansagen

In vielen Unternehmen herrschen Teamgeist und flache Hierarchien. Gut so. Doch beim Dreh eines Videos gelten andere Gesetze und eine klare Trennung der Kompetenzen. Wie ein kleines Team beim Dreh vorgehen sollte, lesen Sie hier.

Wozu braucht man ein Team zum Dreh?

Der Dreh eines Videos braucht mehrere Gewerke:

  • Redaktion für den Inhalt
  • Kamera für das Bild
  • Ton für Audio
  • Assistenz für Versorgung, einfaches Makeup und so weiter

In aller Regel sind die Aufgaben auf zwei bis drei Personen verteilt – manchmal bleibt auch alles an einer Person hängen. Grundsätzlich sollten zumindest Redaktion einerseits und Kamera/Ton andererseits am Set sein.

Warum sind Hierarchien beim Dreh wichtig?

Zeit ist knapp beim Drehen. Das multipliziert sich für jede beteiligte Person, ob vor oder hinter der Kamera.

Mit guter Vorplanung nutzen Sie die Zeit optimal. Eine klare Aufteilung sorgt dafür, dass sich nicht jedes Team-Mitglied mit allem beschäftigt. Die Hierarchie im Team sorgt dafür, dass auch das umgesetzt wird, was besprochen wurde.

Das bedeutet Vorteile für alle:

  • Sie stellen Ihr Videoprojekt früher fertig.
  • Andere Beteiligte aus Ihrem Unternehmen sparen Zeit, wenn sie früher wieder bei ihren Aufgaben sind.
  • Die Team-Mitglieder ergänzen einander.

Denken Sie daran, die Aufteilung rechtzeitig vor dem Dreh zu klären. Klären Sie dabei auch, ob sich alle in ihre Rollen einfügen können.

Wie sehen die Hierarchien aus?

Die Regie oder Redaktion hat das Sagen und die inhaltliche Verantwortung für den Film. Die Kamera führt aus und ist für das Aussehen der Bilder zuständig. Tipp an alle Redakteure: sagen Sie genau, was Sie haben wollen, dann verlassen Sie sich auf gute Kameraleute und reden Sie nicht in Details hinein.

Gute Teams vertragen einen hierarchischen Aufbau – es ist eine Frage, wie die Beteiligten miteinander umgehen. Ein rauher Kommandoton ist nicht hilfreich. Klare Ansagen am Set schon. Aber freundlich und höflich formuliert. Schließlich wollen Sie auch nach Drehschluss noch einander in die Augen schauen können.

Warum können Diskussionen beim Dreh schaden?

Diskussionen oder gar Streit während des Drehs wirken sich mehrfach schädlich aus:

  • Sie kosten unnötig Zeit, was gerade bei Drehs mit knappen Zeitbudget ungünstig ist.
  • Sie verunsichern Dritte am Set – zum Beispiel Darsteller oder Interview-Partner.
  • Sie lenken vom Plan ab. Möglicherweise vergessen Sie über den Streit wichtige Einstellungen oder gar Szenen.
  • Sie wirken unprofessionell.

Je klarer und ruhiger es am Set zugeht, desto wohler fühlen sich alle Beteiligten.

Fragen vor dem Dreh klären!

Sobald Sie ein Skript für Ihren Unternehmensfilm haben, können Sie einen Drehplan schreiben. Im Drehplan notieren Sie alle Einstellungen, die Sie beim Dreh holen möchten. Hier ist der Zeitpunkt, an dem Diskussionen im Team stattfinden dürfen und auch sollen. Wohl gemerkt – keine inhaltlichen Diskussionen mehr. Sobald das Skript abgesegnet ist, sollte es fix bleiben.

Nehmen Sie sich Zeit für den Drehplan, klären Sie hier offene Fragen. Hilfreich ist auch ein Lokaltermin: Besuchen Sie mit dem Drehteam den Drehort. Gehen Sie dort die Positionen der Darsteller durch und überlegen Sie, was sich wie umsetzen lässt.

Was, wenn es doch unterschiedliche Auffassungen gibt?

Ein gutes Team hält was aus – man kennt und schätzt sich. Formulieren Sie Differenzen nicht als Vorwürfe, sondern als Vorschläge oder Fragen. Auch ein stummes Deuten kann helfen, der Regie anzudeuten, falls sie etwas übersehen hat. Auch umgekehrt geht das natürlich.

Das Wichtigste: Denken Sie daran, dass Sie auch später noch zusammen arbeiten wollen – auch außerhalb des Drehteams.

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