Test: Kyno – Dateiverwaltung f√ľr Video, Bild und Ton

Ich suche das Video einer flimmernden Neonröhre, aufgenommen mit dem iPhone. Wo habe ich das hingepackt? Auf der Schnittplatte auf meiner Datenhalde oder auf dem Pegasus Raid? Ich muss suchen Рund habe mir dazu Hilfe geholt.

Update Kyno 1.4 am 4. Januar 2018

Mit der Version 1.4 kommt Kyno auch endlich f√ľr Windows. F√ľr mich ist jedoch Zeit, dem Programm ‚ÄěAuf Wiedersehen‚Äú zu sagen. Ich habe es im vergangenen Jahr zu wenig genutzt, als dass sich die j√§hrlich anfallende Update-Geb√ľhr lohnen w√ľrde. Ich denke, Kyno richtet sich nicht so sehr an VJs und Smartphone-Filmer. Denn eine M√∂glichkeit, iPhone-Video einzulesen, hat bis dato gefehlt. Und ¬†ich drehe viel mit dem iPhone auf Messen und Veranstaltungen. Genau hierf√ľr w√§re Kyno ideal gewesen. Aus den Release Notes zur Version 1.4 geht das auch nicht hervor.

Hier weitere Informationen zu Kyno 1.4 auf der Seite von Lesspain.

Kyno ist sicher ein gutes Produkt. Aber ich gehöre nicht zur Zielgruppe.

Update Kyno 1.2 am 16. Februar 2017

Mit dem zweiten gr√∂√üeren Update ist Kyno zuverl√§ssiger geworden. Zuvor gab es immer wieder Kleinigkeiten, wie stehen bleibende Rahmenlinien¬†um Clips, nachdem man sie markiert hat und gelegentliche R√ľckfragen, ob etwas wirklich kopiert werden soll, obwohl ich keinen Auftrag dazu gegeben hatte.

Insgesamt wirkt die Version 1.2 ausgereift auf mich. Das ist schon mal gut. Allerdings fehlt immer noch die f√ľr mich und meine Arbeit so wichtige Unterst√ľtzung f√ľr das iPhone. Au√üerdem hakt der Export von Daten aus meiner EOS 5D III nach FCPX – da kommen nur leere Clips an.

Hier sind alle Neuerungen in den Release Notes. Ich habe nur die f√ľr mich interessantesten herausgepickt.

Neue Formate

Kyno unterst√ľtzt neue Formate:

  • ProRes MXF
  • DNxHR
  • Olympus
  • Fujifilm RAW image files
  • Apple Core Audio
  • Hap video
  • AVI ultrasound (f√ľr Ultraschallbilder aus medizinischen Ger√§ten)
  • FRAPS (Aufzeichnungsformat f√ľr Spiele)

Verbesserungen beim Transcodieren

Bei Batch-Exporten lassen sich Handles an die Dateien anf√ľgen, also ein paar Sekunden vor und nach dem eigentlichen Clip. Das erleichtert den Schnitt enorm.

Die Auswahl von Subclips f√ľr den Export wurde verbessert.

Verbesserungen auf dem Weg zu FCPX

Die Auswahl und Aufbereitung von Clips vor dem Export nach Final Cut Pro X ist deutlich flexibler geworden.

  • Schlagw√∂rter in FCPX lassen sich aus Tags, Subclips oder Ordnern erzeugen
  • Favoriten lassen sich aus Subclips, In-Out-Markierungen oder Bewertungen erzeugen

Klingt alles ein wenig trivial, bedeutet aber einen enormen Fortschritt beim Vorsortieren und Exportieren von Clips f√ľr FCPX. Speziell das mit den Favoriten ist sehr praktisch.

Kyno 1.2 Export nach FCPX
Neue Export-Funktionen machen den Transfer nach FCPX deutlich flexibler.

Update Kyno 1.1 am 2. Dezember 2016

Zum 2. Dezember 2016 kam das erste gr√∂√üere Update f√ľr Kyno heraus. In der Version 1.1 hat sich vor allem das Tagging deutlich verbessert.

Wie unten in meinem urspr√ľnglichen Beitrag angemerkt, war das Vergeben von Schlagw√∂rtern ausgesprochen m√ľhsam. In der aktuellen Version hat sich das deutlich verbessert.

Verbesserte Tag-Eingabe

Bei der Eingabe von Tags bietet Kyno jetzt Auto-Ergänzung an. Mit dem Tippen der ersten Buchstaben also sucht das Programm schon die passenden Tags heraus.

Bei der Eingabe von Tags bietet Kyno jetzt eine praktische Autoergänzung.
Bei der Eingabe von Tags bietet Kyno jetzt eine praktische Autoergänzung.

Das Eingeben neuer Keywords ist an dieser Stelle ebenso möglich. Das ist eine deutliche Verbesserung.

Mir fehlt aber immer noch die Analogie zu Final Cut Pro X, wo ich die Keywords mit Kommata trennen kann. Mal sehen, ob das noch kommt.

Verbesserter Export nach FCPX

Beim Export nach Final Cut Pro X kann ich jetzt schon in Kyno w√§hlen, in welcher Mediathek die Clips landen sollen. Im selben Men√ľ treffe ich die Entscheidung, ob die Clips kopiert werden oder am Ort verbleiben. Ging vorher auch schon alles, ist jetzt aber viel angenehmer in der Handhabung.

Wohin damit? In Kyno zeigt mir der Export-Dialog schon alle Optionen und Zielorte.
Wohin damit? In Kyno zeigt mir der Export-Dialog schon alle Optionen und Zielorte.

Ein TIF-Bug beseitigt

Ein klein wenig stolz bin ich auf diese Zeile in den Update-Meldungen:

Fixed: Kyno unpolitely crashed when browsing certain corrupt TIFF files

Da ging es tatsächlich um einen Bug, der auf meinem System beim Durchsuchen uralter Bilddateien aufgetreten ist. Lesspain hat sehr schnell auf meine Support-Meldung reagiert und den Bug doch ganz schön schnell behoben.

Die weiteren Neuerungen betreffen den Datenaustausch mit Final Cut Pro X, das Einlesen von Daten und das Umcodieren von Daten.

F√ľr mich bleibt aber das Tagging die wichtigste Neuerung. Falls mir sonst noch etwas auff√§llt, werde ich hier dar√ľber schreiben.

Kyno: der erste Test

Bei der Suche nach dem Clip hilft mir Kyno, das ich mir Mitte Oktober gekauft habe. Das Programm kann nämlich etwas ganz einfaches: Komplette Laufwerke nach Videos untersuchen, diese in Thumbnails anzeigen und nach verschiedenen Kriterien sortieren. Und es kann noch mehr. Dazu kommen wir gleich.

Alle Videos aus allen Verzeichnissen. Hier spielt Kyno seine Stärken aus.
Alle Videos aus allen Verzeichnissen. Hier spielt Kyno seine Stärken aus.

Also, Thumbnails anzeigen lassen und sortieren: ich habe mit der Suche auf meiner Datenhalde angefangen. Dort landet alles, was ich irgendwann mal irgendwie aufnehme. Mit Kyno habe die oberste Ebene des Eingangsordners gew√§hlt und dann den Befehl zum ‚ÄěDrilldown‚Äú gegeben. Damit durchsucht das Programm alle Unterordner und zeigt die Mediendaten als¬†Thumbnails an.

Die Ergebnisse habe ich anhand der Framerate eingegrenzt. Das iPhone zeichnet mit 30fps auf (daher auch das Flimmern bei Neonlicht). Meine andere Footage aus der FS5 oder der Canon 5D ist in 25 fps aufgenommen. Mit einem Filter ließ ich mir also nur die Smartphone-Filme anzeigen.

Die so gefilterten Filme habe ich nach Zeit sortiert und mich durch die Ergebnisse gescrollt, bis ich mein Video gefunden hatte. Zeitaufwand: Zwei Minuten. Ohne Kyno wäre das ein uferloses Unterfangen geworden.

Da ist es! Mit Kyno habe ich das Video nach nur ein paar Minuten in den Tiefen meines Schnittrechners aufgestöbert.
Da ist es! Mit Kyno habe ich das Video nach nur ein paar Minuten in den Tiefen meines Schnittrechners aufgestöbert.

Schneiden, Schlagwörter, Recherche

Die n√§chste Aufgabe: f√ľr eine¬†Schulung brauchte ich einen Ausschnitt des Clips in einer Powerpoint-Pr√§sentation. Also muss ich das Material zurechtschneiden und umrechnen. Auch hier hilft Kyno.¬†Im Viewer habe ich In- und Out-Punkte festgelegt¬†und den Clip dann mit niedriger Aufl√∂sung raus gerechnet. Fertig. Der Viewer zeigt √ľbrigens alle Meta-Daten zum Clip an und bietet eine Clip-√úbersicht an. Das erleichtert die Navigation in l√§ngeren Clips enorm.

√úberblick: Der Viewer zeigt den Inhalt eines Clips an. Per Klick springen Sie zu einer Position.
√úberblick: Der Viewer zeigt den Inhalt eines Clips an. Per Klick springen Sie zu einer Position.

Was kann das Programm noch? Zum Beispiel die Footage mit Schlagwörtern versehen, betitelen, beschreiben und bewerten.

Auch als Einlese-Tool leistet Kyno prima Dienste Рan Formatgrenzen bin ich hier noch nicht gestoßen. Karte rein, die Filme erscheinen als Thumbnails und warten darauf, angesehen kopiert und verschlagwortet zu werden. Das Programm wird bei mir Catalyst Browse von Sony ersetzen.

Schnittstelle zu FCPX

Clips sendet Kyno direkt an Final Cut Pro X. Die Schlagw√∂rter kommen mit. F√ľr mich eventuell sogar ein Anlass, meinen Workflow zu √§ndern. Bislang kopiere ich die komplette Footage auf eine Platte und lese die Clips von dort¬†komplett in FCPX ein. Mit Kyno √§ndere ich das vielleicht so, dass ich nur noch die Clips einlese, die ich brauche. Der Rest wandert sch√∂n verschlagwortet ins Archiv. Mal sehen, ob das f√ľr mich so praktikabel ist.

Beim Durchsuchen von Festplatten spielt Kyno seine St√§rke aus. Mit ‚ÄěDrilldown‚Äú durchforstet das Programm¬†alle Unterverzeichnisse nach Filmclips, Fotos und Audioclips. Das finde ich praktisch, um mich durch meine Archivfestplatten zu w√ľhlen. Da habe ich rund 20 im Regal.

Die Schnitt- und Datenplatten. Rechts am Rand die Archivplatten in orangenen Schutzh√ľllen.
Die Schnitt- und Datenplatten. Rechts am Rand die Archivplatten in orangenen Schutzh√ľllen.

Ein Blick auf die Feature-Liste zeigt noch mehr. Ich darf Clips bewerten, es gibt eine Funktion zum Umbenennen von mehreren Dateien auf einen Rutsch sowie die M√∂glichkeit, ausgew√§hlte Clips an Excel zu senden. Daraus k√∂nnen zum Beispiel Shotlists entstehen und der Location Scout kann seine Eindr√ľcke √ľbersichtlich samt Anmerkungen weiter geben.

Sehr praktisch: Aus Kyno heraus lassen sich Markierungen samt Anmerkungen nach Excel ausspielen. Ideal zum Beispiel f√ľr Korrekturen.
Sehr praktisch: Aus Kyno heraus lassen sich Markierungen samt Anmerkungen nach Excel ausspielen. Ideal zum Beispiel f√ľr Korrekturen.

Die Markierungen lassen sich √ľbrigens auch nach FCPX mit √ľbertragen. Wahlweise als Keywords, als Markierungen oder beides. Und die markierten Stellen lassen sich auch als Screenshots speichern. Finde ich klasse.

Also alles super mit Kyno?

Klingt alles ganz gut, oder? Aber ich h√§tte da noch ein paar W√ľnsche f√ľr kommende Versionen:

  • Kyno speichert die Thumbnails von externen Festplatten in einem Cache. Sch√∂n w√§re es, wenn die so gespeicherten Thumbnails auch offline¬†durchsuchbar w√§ren, also wenn die betreffende Festplatte nicht verbunden ist. Szenario: Ich brauche ein File aus meinem Archiv, durchsuche die Thumbnails offline und bekomme die Info, welche externe Archivplatte ich anst√∂pseln muss. Allerdings ist fraglich, ob so ein Feature kommt, denn Kyno sieht sich nicht als Archiv-Management-System. Schade.
  • Das Einlesen vor Ort habe ich ja schon gelobt. Aber¬†Kyno erkennt das iPhone nicht als Quelle f√ľr Filme und Bilder, wenn ich es anschlie√üe. Klingt f√ľr andere vielleicht unwichtig: aber ich brauche das iPhone oft f√ľr Liveblog-Geschichten. Hier kommt es auf Geschwindigkeit an und Kyno k√∂nnte den Workflow beschleunigen. Der iPhone-Support ist mein dringendster Wunsch an Kyno.
  • Bei den Schlagw√∂rtern darf sich gerne auch noch etwas tun. Ich habe noch keinen Weg gefunden, die Kyno-Keywords an das Apple-Betriebssystem zu √ľbertragen. Denn OS X erlaubt ja, zu jeder Datei Keywords festzulegen. Immerhin reicht es die Keywords ja an FCPX weiter.
  • Ebenso schick w√§re es, wenn ich bei Fotos die Keywords aus Jpeg und DNG-Dateien lesen und schreiben k√∂nnte. Klar, sind Fotos nicht der Schwerpunkt von Kyno. Aber ich darf mir ja w√ľnschen, was ich will.
Da fehlt noch was: Es w√§re schick, wenn Kyno bei Fotos auch die Keywords einlesen w√ľrde, die mit den Dateien gespeichert sind.
Da fehlt noch was: Es w√§re schick, wenn Kyno bei Fotos auch die Keywords einlesen w√ľrde, die mit den Dateien gespeichert sind.
  • Oh, und noch eines zu den Schlagw√∂rtern: Die Eingabe finde ich nicht sehr komfortabel. Aus FCPX und Lightroom bin ich gewohnt, die Schlagw√∂rter einfach einzutippen. In Kyno muss ich die Keywords aus einer Liste w√§hlen und kann neue Keywords nur √ľber ein Men√ľ anlegen. (Das ist inzwischen deutlich besser geworden. Siehe oben im Artikel.)
Mir zu umst√§ndlich: Keywords lassen sich nicht einfach eintippen, sondern m√ľssen √ľber ein Men√ľ eingetragen werden.
Mir zu umst√§ndlich: Keywords lassen sich nicht einfach eintippen, sondern m√ľssen √ľber ein Men√ľ eingetragen werden.

Fazit: Prima, aber da geht noch was

Als Recherche-Programm hat Kyno wirklich Wucht. Das Programm ist schnell, schlank und n√ľtzlich. Auch¬†der Viewer, die Clip-Auswahl und die Konvertierungsfunktionen finde ich klasse.

Bei der Verschlagwortung und die Archivierung fehlt aus meiner Sicht nicht viel, um Kyno wirklich zu einem tollen Tool zu machen.

Ich bereue die 160 Euro nicht, die ich f√ľr Kyno angelegt. Auch wenn mir der Preis ein wenig zu happig erscheint. Aber ich sehe das auch als Investition in die Zukunft der Software und bin gespannt, was da noch kommt. Auf jeden Fall ist es ein guter Ansatz.

Oh, und was mich auch zum Kauf bewogen hat, war der irre schnelle Support.

Info: lesspain (da gibt es eine 14-Tage-Testversion)

* (Damit wir uns nicht missverstehen: Bei Kundenprojekten habe ich einen klaren Workflow, damit ich alles a) redundant und b) leicht auffindbar habe. Nur bei so Gelegenheitsfilmen oder bei Schnittbildern, die man mal so mitnimmt ist das was anderes. Und nat√ľrlich dann, wenn man in alten Archiven suchen muss.)

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