Test: Panasonic HDC-SD909

Die Panasonic HDC SD909 ist eher Produktpflege, denn eine komplett neue Kamera. Viel Verbesserungen waren gegenüber der 7er-Reihe auch nicht notwendig.

In der Bildqualität sind die kleinen Panasonics sehr gut, die Bedienbarkeit ist prima und die Ausstattung ist sehr gut für eine kompakte Kamera: Peaking zum einfachen Scharfstellen, ein Objektivring – unter anderem, um die Schärfe zu ziehen – oder der Zeitraffer-Modus gehören zu den Highlights der Kamera.

Bedienung

Die Bedienknöpfe am Display der 909 sind an die linke Seite gewandert. Der Grund dafür ist das größere Display mit der höheren Auflösung: Auf 8,8 Zentimetern Breite tummeln sich 460.800 Bildpunkte. Die 707 hatte nur 7,6 Zentimeter Diagonale zu bieten und 230.400 Pixel. Das ist ein Fortschritt. Der größere Bildschirm ist vermutlich auch der Grund dafür, dass die 909 etwa einen Zentimeter länger ist, als ihre Vorgängerin. In der Praxis fällt das aber nicht auf.

panasonic-HDC-SD909

Beim Wandern sind gegenüber der 700er-Reihe auch die Knöpfe für das Menü, das Schnellmenü und die Löschtaste verloren gegangen. Übrig sind nur die Zoom-Schalter und der Auslöser.

Die beiden Menüknöpfe finden sich jetzt auf dem Touchscreen. Das ist sogar angenehmer als vorher, denn die fummeligen, plastiküberzogenen Knöpfe sind nicht jedermanns Sache. In der Bedienung der Menüs selbst hat sich nicht viel getan. Ich bin recht schnell damit zurecht gekommen.

Technik

Klasse für Sportaufnahmen ist der 1080/50p-Modus. 50 Vollbilder pro Sekunde sind bei der Auflösung eine Menge Holz und bieten viel Luft zum Beispiel für Zeitlupen. Mit 50p hatte ich schon bei der 707 viel Freude.

Wirkliche Makro-Aufnahmen macht die SD909 nicht, aber man kann ganz schön nah ran ans Objekt. Für eine Blume oder eine Spielfigur reicht das allemal. Auch für Nachtaufnahmen ist die 909 brauchbar. Allerdings stößt man hier irgendwann an die rauschenden Grenzen der Signalverstärkung.

Wenn wir schon bei der Signalverstärkung sind. Eines stört mich: Die Verstärkung lässt sich nur dann aktivieren, wenn die Blende ganz offen ist. Für den Normalgebrauch ist das an sich auch ok. Mir wäre es aber lieber, ich hätte die Wahl, beispielsweise mehr Schärfentiefe mit einer kleineren Blende zu bekommen und davon unabhängig das Signal zu verstärken. Die zwei Funktionen gehören einfach nicht zusammen.

Den Ton nimmt die 909 über ein internes 5.1-Mikrofon auf. Naturfilmer können sich über tollen Raumklang freuen. Allerdings sollte es nicht zu leise sein im Wald – ansonsten hört man nämlich den Kameralüfter rauschen. Das Problem gab es auch schon mit der SD707. Der beste Weg, das zu beheben ist ein externes Mikrofon, das ich ohnehin dringend als Zubehör empfehle.

Ausstattung

Kritik verdient der Akku. Dass Kamerahersteller ihren Geräten nur eine Minimal-Stromversorgung mitgeben, mag der Preispolitik geschuldet sein. Wobei das letztlich nur dazu führt, dass der Kunde noch einen weiteren Akku kaufen muss. Kundenfreundlicher wäre es, gleich einen ordentlichen Akku beizulegen, der drei Stunden oder länger hält.

Zu dumm auch, dass die 909 einen neuen Akkutyp hat. Der ist nicht kompatibel zu den Akkus der 700er-Reihe. Laut Panasonic habe das technische Gründe. Für den Zweitakku heißt es dann tief in die Tasche greifen.

Welche Gründe es allerdings hat, dass der Kamera kein externes Ladegerät beiliegt, ist mir schleierhaft. Der Akku wird in der Kamera geladen. Das bedeutet: Ist der Akku leer, lässt er sich nicht einfach austauschen und aufladen, während Sie weiterfilmen. Die einzige Abhilfe ist, ein externes Ladegerät nachzukaufen. Zusatzakku und extra Ladegerät: Das wird teuer.

Fazit

Keine Frage, die SD909 ist in ihrer Klasse ein Spitzengerät. Die Bilder der 909 sind klasse, die technischen Fähigkeiten für einen kleinen Camcorder überragend. Nur das mit dem Akku stört mich wirklich. Wenn ein Camcorder schon an der Grenze zum Profi-Equipment steht, sollte er auch eine sinnvolle Stromversorgung mitbringen.

Wer einen neuen Camcorder sucht, ist der SD909 gut beraten, sollte aber über den Kaufpreis hinaus noch Budget für Ladegerät und Zweitakku einplanen. Wer bereits den Vorgänger, die SD707, hat, sollte bei seiner Kamera bleiben. Das Upgrade lohnt sich in dem Fall nicht – zumal man dann auch noch seine Ersatzakkus austauschen müsste.

Mehr zur HDC SD909 (Amazon-Link).

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6 Gedanken zu “Test: Panasonic HDC-SD909”

  1. Ich hab da ein Problem, ich möchte ein Laptop oder Tablett als zusätzlichen Monitor über HDMI anschließen.
    eine Übertragung über HDMI auf den Fernseher geht gut aber bei meinem Laptop keine Übertragung. was mach ich falsch, oder welche Einstellungen müssen vorgenommen werden.
    Gibt es überhaupt eine Möglichkeit?
    Gruß Freddy

    • Da hast leider schlechte Karten: In der Regel haben Notebooks nur HDMI-Ausgänge. Reinwärts rührt sich da garnix 🙁 Es gibt Steckkarten oder externe Zusatzmodule (zum Beispiel von Blackmagic Design), die als HDMI-Eingang dienen – aber die sind leider nicht ganz billig. Ich würde mich an Deiner Stelle eher nach einem kleinen Monitor umsehen, den ich an die Kamera anstecke.

  2. Danke Martin,
    es sollte ein Aufsteckmicro sein, welches ich am Adapter einschieben kann.
    Ich besitze zwar zur Zeit ein solches (hama) aber es ist so ein kleines wackeliges Ding.
    LG Gunther

  3. Ich würde zu meiner SD 909 ein Zusatzmikro benötigen.
    Können Sie mir dabei helfen ein gutes zu einem vernünftigen Preis zu finden?

    Besten Dank für Ihre Hilfe im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gunther Petrasch

    • Wofür brauchen Sie denn das Mikro? Soll es ein Reportage-Mikro sein, das Sie in der Hand halten, ein Aufsteckmikro oder eines, das man sich ans Revers klemmt?
      Bei den Aufsteckmikros würde ich mich mal nach dem Rode Videomic umsehen. Von der Qualität her sind die ganz gut: http://amzn.to/1qjz1sF

      (Kleine Ergänzung noch: Das Mikrofon ist darauf angewiesen, dass die SD909 über “Plug in Power” verfügt – also am Mikrofon-Stecker eine gewisse Spannung bereit stellt. Zur Sicherheit würde ich mir auch mal noch das – leider deutlich teurere – Videomic Pro von Rode ansehen: http://amzn.to/1qjzlrp )

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