Licht für Video: Die richtigen Lampen für Filme finden

Das richtige Licht für Video. Eine Videoleuchte hilft Ihnen bei schwierigen Lichtsituationen, ebenso wie bei Gegenlicht. Mit einer bis drei Lampen erhalten Sie großen gestalterischen Spielraum. Lesen Sie hier alles über die gängigen Lampen für Videos.

LED-Panel

Sind LED-Panels das beste Licht für Video? Auf jeden Fall sind LED die Leuchtmittel der Gegenwart. Vor fünf Jahren noch mit fiesen Farbstichen, haben heute sogar günstige LED ein gutes, kontinuierliches Lichtspektrum und eignen sich für den Einsatz im Alltag.

Vorteile der LED-Panels:

  • Stromsparend.
  • Arbeiten mit Akkus.
  • Leicht und schnell einsatzklar.
  • In mehreren Lichtfarben erhältlich.

Nachteile der LED-Panels:

  • Relativ hartes Licht, kann aber mit Diffusoren gemildert werden.
LED Leuchte Tecpro Felloni 2
Schon ein Klassiker: Die Tecpro Felloni 2 von Dedolight. Das ist meine Standard-LED für alle Einsätze.

Meine Erfahrungen: Inzwischen habe ich vier Panels und möchte sie nicht mehr missen. Das billigste Panel stammt von Neewer und kostet im Set mit Akku und Stativ gerade mal 100 Euro. Link zu Amazon: https://amzn.to/2PrcEci*. Allerdings merkt man dem Neewer den Preis an: Die Leuchte ist klapprig und die Schrauben klemmen oft. Für den gelegentlichen Einsatz ist die aber ok. Hier mein Test der Neewer-LED. Im Drehalltag schätze ich meine Tecpro Felloni-Leuchten mit dicken V-Mount-Akkus.

Kauftipps:

  • Kaufen Sie Bicolor-Panels. Deren Lichtfarbe lässt sich von kühlem Tageslicht auf warmes Kunstlicht frei ändern. So haben Sie mehr kreativen Freiraum bei der Bildgestaltung.
  • Vergessen Sie nicht, Diffusoren mitzubestellen, um weicheres Licht zu bekommen.
  • Kalkulieren Sie Akkus und Ladegerät mit in den Kaufpreis ein.
  • Wählen Sie größerflächige Leuchten, etwa ab 30×30 Zentimeter. Sie bekommen eine höhere Lichtausbeute und weicheres Licht.

Ringleuchte

Ringleuchten sind populär. Ich sehe ihren Einsatz aber skeptisch.

Ringlichter eignen sich meiner Ansicht nach für eine Ausleuchtung mit möglichst wenigen Schatten. Beispiele:

  • Make-Up-Tutorials, die auf schattenfreie Ausleuchtung Wert legen.
  • Makro-Aufnahmen von Produkten.
  • Als Effektleuchte, um einen ringförmigen Augenreflex zu erzeugen.

Für den Drehalltag sind die Ringleuchten meiner Meinung nach nicht so zweckmäßig wie die Rechteck-LED. Gründe:

  • Ringleuchten haben nur dann Sinn, wenn Sie um das Objektiv (oder das Smartphone) herum angebracht sind. Denn das Loch in der Mitte ist ja die Aussparung für die Kamera.
  • Sobald das nicht der Fall ist, halte ich rechteckige Flächenleuchten für sinnvoller. Sie liefern mehr Licht und sind flexibler einsetzbar.

Halogen-Leuchte

Für mich das schönste Licht: Halogen. Warmes Licht mit kontinuierlichem Lichtspektrum, ideal für Interview-Aufnahmen.

Vorteile des Halogen-Lichts:

  • Unvergleichlich warmes und weiches Licht.
  • Hohe Lichtqualität.
  • Perfekt in Kombination mit einer Softbox.

Nachteile des Halogen-Lichts:

  • Stromanschluss notwendig.
  • Leuchten werden heiß.
  • Hoher Stromverbrauch.
  • Relativ hoher Verbrauch an Leuchtmitteln.
  • Nur warme Lichtfarbe, zum Ändern auf Tageslicht ist CTB-Folie notwendig. (CTB steht für “Convert to Blue”).
Halogenleuchte mit CTB-Folie
Halogenleuchten liefern nur warmes Kunstlicht. Das kann man mit CTB-Folien auf Tageslicht umwandeln.

Softbox

Bei der Softbox handelt es sich nicht um ein spezielles Leuchtmittel. Vielmehr ist es ein Weg, alle Arten von Lichtern besonders weich scheinen zu lassen.

Die Softbox ist trichterförmig und wird vorne auf eine Leuchte gesetzt. Im Inneren der Box befinden sich ein Reflektor und ein oder mehrere weiße Diffusoren. Die streuen das Licht so, dass es sehr weich auf das Objekt fällt und ein schönes Licht zeichnet.

Softboxen gibt es sowohl für LED-Leuchten wie auch für Halogen- oder andere Leuchtmittel.

Vorteil der Softbox: Weiches Licht, besonders gut für Interview-Aufnahmen geeignet.

Nachteile der Softbox:

  • Aufbau dauert länger.
  • Diffusoren nehmen Licht weg.

Meine Erfahrungen: Wenn es schön werden soll, führt für mich nichts an meiner Halogen-Softbox vorbei. Wenn es schnell gehen soll, nutze ich aber lieber meine LED-Panels mit Diffusor. Das Licht ist nicht ganz so schön, dafür aber bin ich in einer Minute drehfertig.

Dedolight Softbox
Eine Softbox sorgt für weiches, angenehmes Licht in Interview-Situationen.

Kopflicht

Ein Kopflicht wird direkt auf der Kamera montiert, vorausgesetzt, die Kamera hat einen Blitzschuh oder eine Schraubbefestigung. Somit haben Sie Ihr Licht für Video immer an der Kamera.

Vorteile des Kopflichts:

  • In eiligen Fällen hellt es schnell das Objekt auf. Das ist bei Produktaufnahmen gut, aber auch bei Nachtaufnahmen, wenn kein Licht gebaut werden kann. Für mich ist das nicht das beste Licht für Video.
  • Ebenfalls hilfreich ist das Kopflicht als Quelle für den Augenreflex – häufig auch als Augenlicht bezeichnet.

Nachteil des Kopflichts: Das Kopflicht ist nur wenig höher als das Objektiv. Das bedeutet, Gesichter werden direkt frontal angeleuchtet. Das erzeugt ein sehr flaches Licht ohne Schatten und Kontur.

Meine Erfahrungen: Ich nutze das Kopflicht kaum noch. Lediglich auf Veranstaltungen habe ich es aufgebaut, um auch in dunklen Ecken schnell ein wenig Licht zu bekommen.

Kopflicht, aufgesteckt auf Kamera
Das Kopflicht ist bei News- und Dokueinsätzen ein hilfreiches Werkzeug.

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Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

Informieren Sie sich über meine Seminare zur Videoproduktion im Unternehmen.

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Ein Gedanke zu „Licht für Video: Die richtigen Lampen für Filme finden“

  1. Vielen Dank für die tolle und kurze Info. Sie hat mir sehr geholfen und ich werde sicher wieder mal auf Ihrer Seite vorbeischauen. 🙂

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