So gelingt das Interview

Die Interview-Situation ist an sich ganz einfach: Sie stellen Fragen, Ihr Interview-Partner antwortet. Allerdings sollten Sie Ihren Interview-Partner – oder die Partnerin – vorher ein wenig instruieren, damit das Interview besser wird und Sie beim Schnitt keine unliebsamen Überraschungen erleben.

Hinweis: Dieser Text ist veraltet und wird in Kürze überarbeitet. Falls Sie Fragen zum Thema Interviews haben, schicken Sie mir gerne eine Mail an ✉ martin@goldmann.de.

Für viele der Interviewten ist das Interview eine Herausforderung. Kein Wunder – da steht eine Kamera, da wird etwas aufgezeichnet und später Tausendmal oder öfter angesehen. Akzeptieren Sie das und helfen Sie geduldig dem Interview-Partner, auch wenn für Sie die Kamera ganz selbstverständlich ist. Interviews sind auch Thema in meinen Video-Schulungen. Falls Sie häufiger als Interview-Partner agieren müssen, empfehle ich mein Medientraining.

Platzieren

Bei einem Interview finde ich nicht immer optimale Lichtverhältnisse. Dennoch lasse ich mir ein wenig Zeit, den Interview-Partner zu platzieren. Ich habe es ganz gerne, wenn eine Seite des Gesichts heller ist, die andere dunkler.

Tagsüber kann man das prima am Fenster erreichen. Positionieren Sie den Interviewten in etwa parallel zum Fenster, so dass eine Gesichtshälfte beschienen ist und die andere im Schatten liegt.

Abends hilft es zum Beispiel, in einem Konferenzraum nur einen Teil der Lichter anzulassen und den Interview-Partner an der Grenze zwischen Licht und Schatten zu positionieren.

Mit dem Licht-Schatten-Kontrast bekommt das Gesicht eine schöne Tiefe.

Hier habe ich Stefan Probst so gesetzt, dass eine Seite seines Gesichts im Licht ist. Das ergibt einen guten Kontrast und erzeugt einen Eindruck der Tiefe.

Bewegung

Viele Interview-Partner bewegen sich unbewusst. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn sich der Interviewte aus dem Bild herausbewegt. Wichtig ist hier: Den Interview-Partner klar positionieren. Falls mehrere Interviews anstehen, mache ich mit Klebeband ein Kreuz auf den Boden.

Sinnvoll ist es, die ganze Zeit während des Interviews das Sucherbild im Auge zu behalten. So erkenne ich, ob etwas schief läuft und kann eingreifen.

Alternativ dazu nehme ich mein Macbook und hänge die Kamera dran. Das Interview nehme ich dann mit iMovie direkt auf und habe das Bild im Blick.

Hilfreich ist es, die Interview-Partner auf die Bewegung hinzuweisen. Meistens bleiben sie danach dann still stehen. Allerdings birgt das die Gefahr, dass sie verkrampfen. Hier ist ein wenig Feingefühl und Geduld gefragt.

Übrigens: Wenn die Interviewten gestikulieren, finde ich das gut. Das wirkt natürlicher. Ich fordere meine Gesprächspartner meist explizit auf, doch auch zu gestikulieren.

Fragen und Antworten

Wenn ich das Interview drehe, weiß ich meist noch nicht, ob ich das Interview als solches verwende oder lieber nur die O-Töne des Interviewten.

Deshalb bitte ich die Gesprächspartner, in ganzen Sätzen zu antworten und dabei die Frage mit einzuschließen.

Ein Beispiel verdeutlicht das:
Frage: “Wieviele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen?”
Nicht als allein stehender O-Ton verwendbare Antwort: “25.”
Verwendbare Antwort: “Mein Unternehmen hat 25 Mitarbeiter.”

Diese Antwort eignet sich dann sowohl für das Interview mit Frage-Antwort-Spiel wie auch als allein stehender O-Ton.

Wenn Sie selbst fragen, achten Sie darauf, dass auch Ihre Frage sauber gesprochen und verständlich ist. Es kann trotz allem sein, dass Sie ihren Fragetext im Video noch gebrauchen können.

Übrigens: Natürlich sieht Ihr Interview-Partner Sie an, nicht die Kamera. Viele wissen das vor der Aufnahme nicht. Sagen Sie es einfach.

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