Video planen

5 W-Fragen, die Sie vor einem Video stellen sollten

„Da machen wir ein Video“ – so beginnt das Verhängnis. Denn ohne Planung enden viele Projekte entweder mit einem Ergebnis, das niemandem gefällt oder auf der Festplatte als nie fertig gestellter Film.

Damit es nicht so weit kommt, schlage ich fünf Fragen vor, die Sie sich vor einem neuen Projekt stellen sollten. Sobald Sie alle Antworten darauf haben, wissen Sie so viel über Ihren Film, dass nichts mehr – naja nicht mehr so viel – schief gehen kann.

Was zeigt das Video?

„Unser Video zeigt wie XXXX, weil YYYY“. Können Sie diesen Satz ergänzen? Dann haben Sie schon einen guten Ansatz.

„Dieses Video zeigt, wie man einen Reifen wechselt, weil unsere Kunden gerne Auto fahren (und weil wir Tuning-Artikel verkaufen)“. Das ist schon mal ein Ansatz, mit dem sich ein Video herstellen lässt.

Oder „Dieses Video zeigt die Geschichte unseres Unternehmens, weil es heuer 100 Jahre alt wird.“

Das „weil“ ist knifflig: Am besten wäre es, wenn das „weil“ aus Sicht der Zuschauer begründet werden kann – wie im ersten Beispiel. Denn hier haben wir ein Interesse der Zielgruppe definiert.

Das zweite Beispiel hingegen begründet den Film mit einem Anlass, der in erster Linie für das Unternehmen interessant ist. Es kann passieren, dass der Film dann auch nur für Sie interessant bleibt. Aber auch das ist in Ordnung, wenn Sie den Film auf einer Jubiläumsfeier oder einem internen Betriebsfest vorführen wollen.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch in „Der Leitsatz für ein Video“.

Wer (1) soll das Video sehen?

Für wen ist das Video gedacht: für bereits bestehende Kunden, für Geschäftspartner, für Investoren, für neue Kunden? Solche Fragen sind sehr wichtig, um das Video zu planen. Denn:

  • Je nach Vorkenntnis der Zielgruppe brauchen Sie eine unterschiedliche Ansprache.
  • Unterschiedliche Zielgruppen finden unterschiedliche Aspekte Ihrer Produkte oder Dienstleistungen interessant.
  • Die Zielgruppe bestimmt auch den oder die Kanäle, auf denen in Film ausgespielt wird.

Wer (2) produziert das Video?

Noch so eine knifflige Frage. Wer macht das Video? Ein Dienstleister? Kostet Geld. Jemand aus der Verwandtschaft? Warum nicht. Selber machen? Auch ok. Wichtig ist nur, dass sie sich das vorher überlegen und dann das Projekt auch entsprechend durchziehen.

Bevor Sie ein Video selbst machen, sollten Sie sich im Klaren sein, dass

  • Sie Zeit brauchen für den Dreh und für die Nachproduktion.
  • Sie möglicherweise technische Probleme erst im Nachgang bemerken.
  • Sie nicht so hohe Ansprüche an die Qualität des Videos stellen sollten, außer Sie haben bereits Erfahrung in der Video-Produktion.

Besonders der erste Punkt wird oft unterschätzt. Denn mit dem Aufnehmen der Filmdaten allein ist es nicht getan. Im Nachgang müssen die gesichtet, sortiert und ausgewählt werden. Der Schnitt kostet nochmals Zeit. Alles kein Problem, wenn es um ein paar Impressions-Schnipsel geht, sehr wohl ein Problem, wenn es um einen Dreiminüter zu einem Produkt geht.

Wo ist das Video zu sehen?

Wo soll das Video zu sehen sein? Auf einer Messe, auf einer Website oder gar im Kino? Auch hieraus ergeben sich unterschiedliche Ansätze für das Video. Zum Beispiel:

  • Aus dem Kino kommen die Zuschauer nicht so leicht heraus – sie können eine Geschichte also etwas langsamer aufbauen lassen.
  • Auf einer Messe brauchen Sie auffällige, bunte Bilder, um Besucher an Ihren Stand zu locken. Lange Dialoge oder Interviews sind da fehl am Platze. Sie brauchen etwas Plakatives.
  • Im Internet müssen Sie die Zuschauer schnell fesseln und das Interesse wach halten. Das Video sollte kurz, schnell und spannend sein. Sagt sich einfach, ist schwierig. Aber der nächste Film oder die nächste Website ist nur einen Klick entfernt.

Die Fragestellungen gehen noch weiter – wenn es um ein Video für das Netz geht, stellt sich auch die Frage, in welchem Zusammenhang es ausgespielt werden soll. Soll es begleitend zu einer Veranstaltung auf Facebook zu sehen sein? Oder soll es langfristig auf Youtube bleiben. Für ein schnelles Impressions-Video auf Ihrer Facebook-Seite brauchen Sie nämlich keine aufwändige Produktion, für das Image-Video auf Youtube schon eher.

Wann soll das Video erscheinen?

Viele Videos leiden unter Planungsfehlern, weil zu wenig Zeit budgetiert wird. Zu wenig Zeit für den Dreh, zu wenig Zeit für den Schnitt und möglicherweise auch zu wenig aufgenommenes Material. Kommen dann noch straffe Veröffentlichungstermine dazu, ist das Video zwar vielleicht pünktlich, aber so richtig glücklich ist niemand damit.

Wenn Sie noch keine Erfahrung haben und selber drehen wollen, verdreifachen Sie Ihr Zeit-Budget. Wenn Sie „eben mal eine Stunde“ drehen wollen, reservieren Sie drei Stunden – Planung, Vorbereitung und Check des Equipment, eventuell Anfahrt und so weiter.

Falls Sie mit einem Dienstleister arbeiten, wundern Sie sich nicht, wenn der für einen Dreiminüter einen oder zwei Drehtage und einen bis zwei Tage Post-Production aufruft. Denn er hat bereits die Erfahrung gemacht, dass zu knappe Zeitbudgets einem Film nicht helfen und plant lieber mehr Zeit ein.

Warum überhaupt Video?

Achtung: die Antwort kann Ihr Video-Projekt sofort beenden.

Was ist das besondere an diesem Film? Warum will ich es als Film erzählen? Anders herum gesagt: Wenn das Video nur einen Talking Head zeigt, also einen sprechenden Kopf, dann braucht es nicht unbedingt ein Video. Es genügen eine Audiospur oder ein geschriebener Text.

  • Reines Audio hat den Vorteil, dass es jeder auch unterwegs hören kann – beim Joggen oder Auto fahren.
  • Text hat den Vorteil, dass der Leser den Inhalt enorm schnell überfliegen und erfassen kann. Wir lesen schneller als der schnellste Schnellsprecher. Ein Video überfliegen? Geht nicht.

Warum also Video? Warum ein Talking Head? Wohlgemerkt: Wenn die sprechende Figur im Film über Gestik und Mimik mehr transportiert, kann das sehr wohl ein Grund für ein Video sein.

Das Wichtige ist, sich vorher Gedanken über das Videoprojekt zu machen. Denn nur dann kann es gelingen.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar