Einstieg in ein Video – wie funktioniert ein gutes Intro?

Wie in ein Video einsteigen? Wie das Interesse der Zusehenden wecken und über die ersten Sekunden retten. Das ist schwer. Und es gibt, je nach Inhalt und Zielgruppe, mehrere Wege.

Inhaltsversprechen – das funktioniert immer

„Dieses Video zeigt…“ ist der schnellste Weg in ein Video. Es wird sofort klar, worum es geht. Im Idealfall unterstützen die Videobilder den Einstieg. Beispiel: „Dieses Video zeigt, wie Sie eine Torte backen“ zeigt dann auch eine Torte.

Warum ich das Inhaltsversprechen mag:

  • Das ist mein Lieblingseinstieg. Schnell, klar und eine prima Entscheidungsgrundlage für die Zusehenden.
  • Die Zuschauer wissen, was sie erwartet und können schnell entscheiden, ob das Video ihre Zeit wert ist.

Generell gilt: Langweilige Einstiege helfen nie.

Klassischer Vorspann

Der Vorspann sorgt für einen Wiedererkennungseffekt bei etablierten Formaten. Alle kennen den Sound und die Animation der Tagesschau. Mit dem Vorspann wird klar: Hier kommt ein Sendeformat, das ich kenne und das für mich bestimmte Erwartungen erfüllt. In Fall der Tagesschau also Nachrichten über das wichtigste vom Tage und beim Tatort-Vorspann wissen wir auch, dass jetzt ein Krimi folgt.

Ein Vorspann kann aber auch weiter gehen, wenn er von Folge zu Folge einer Serie neu gebaut wird. Dazu muss der Vorspann bestehen aus:

  • Wiederkehrenden Elementen, zum Beispiel einer bestimmten Animation mit dem Serientitel und einem festen Layout für Bildelemente.
  • Wechselnden Elementen, also spektakulären Bildern aus der aktuellen Folge.

Meine Einschätzung:

  • Vorspänne sollten Sie nur einsetzen, wenn sie feste Sendeformate haben, etwa im Intranet “Informationen aus der Geschäftsleitung” oder “neu in der Kantine”.
  • Ein Vorspann sollte so kurz sein wie möglich. Meine Empfehlung sind fünf Sekunden, maximal zehn.
  • Meiner Ansicht nach sind Vorspänne besser, wenn sie eine Vorschau auf das konkrete Video geben. Allerdings machen die auch mehr Arbeit.
  • Auf sozialen Medien habe ich einen fixen Vorspann für ein festes Format ausprobiert. Meine These hier war: Der Vorspann sagt dem Publikum, was sie erwartet und gibt ihnen Zeit, den Ton einzuschalten. Das Feedback der Zusehenden hat diese These gestützt.
  • Dennoch verzichte ich in meinen aktuellen Projekten auf Vorspänne. Mir ist eine andere Form lieber: Das Inhaltsversprechen.

Herleitung und Verkaufe

„Sicher kennen Sie das Problem“. So beginnen viele Videos und sie zielen auf den Pain Point, den Schmerz eines Zusehenden. Bald darauf folgt das Versprechen: „Hier ist die Lösung“.

Herleitungen haben zum Beispiel in Magazin-Sendungen einen Sinn, die immer wieder wechselnde Themen neu verkaufen müssen. Da gilt es, das Publikum auf das neue Thema einzustimmen.

Ich setze gerne „Magazin“ gleich mit sozialen Medien. Auch hier präsentiert die Timeline zig unterschiedliche Themen. Eine Herleitung kann also helfen, auf ein Video einzustimmen.

Meine Gedanken dazu:

  • Solche Herleitungen lassen sich prima in Begleittexten oder Titeln unterbringen. Im Video selbst verwende ich die kaum noch.
  • Wenn das Video eine Antwort ist auf eine Suchanfrage, helfen Herleitungen nicht. Denn die Leute kommen schon mit einem Problem. Sie kennen nicht nur das Problem. Sie haben es schon.
  • Die Herleitung wirkt auf mich TV-altbacken und lässt sich meiner Ansicht nach mit einem klaren Inhaltsversprechen ersetzen.
  • Herleitungen verleiten zum schwafeln. Da werden zu viele Probleme genannt oder das Problem zu detailliert beschrieben. (Das wäre für mich übrigens ein Hinweis, dass das Video ein thematisches Problem hat.)
  • Wenn Herleitung, dann kurz und knapp: „Sie fühlen sich schlapp?“ und gleich danach das Versprechen: „Dann zeigen wir Ihnen, wie Sie wach werden.“

Ohne Intro

Es geht auch ohne: Einfach loslegen mit dem Video. Das passiert gerne bei Selfie-Videomoderationen in sozialen Medien. Ich mache das auch bei kurzen Video-Impulsen, die vielleicht eine Minute lang sind und etwas zu einem Sachverhalt erzählen.

Bei solchen Videos neige ich aber dazu, zumindest einen Titel einzublenden, der das Thema beschreibt oder eine Aussage aus dem Video aufgreift. Denn anderenfalls sähe man im Video nur einen sprechenden Kopf mit begrenzter Aussagekraft.

Meine Einschätzung:

  • Gleich anfangen mit einem Video: das mache ich gerne, wenn es schnell gehen muss, wenn das Video kurz bleibt. Am besten findet das Platz in Story-Formaten, wie sie auf Instagram, Tiktok, Facebook und bald auch Linkedin stattfinden.
  • Mit der Tür im Haus riskieren wir aber, dass das Video ohne Kontext da steht, nicht einzuordnen ist und niemanden zum Anschauen bringt. Eine gewisse Prominenz innerhalb der eigenen Zielgruppe könnte dem entgegen wirken. „Der oder die XY sagt immer was Tolles, da lausche ich mal rein.“
  • Auch hier hilft in sozialen Medien und auf Youtube ein Text zum Video.

Fazit

Den einzig wahren Einstieg gibt es nicht. Denken Sie an Ihr Thema, die Zielgruppe und die Ausspielplattform. Entscheiden Sie sich dann für die richtige Form des Einstiegs.

Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

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