Final Cut Pro X – Test und Tipps

final-cut-pro-x-logoVor gut einer Stunde habe ich mir Final Cut Pro X aus dem Appstore von Apple geholt. Der Preis: knapp 240 Euro. Nach den ersten Minuten Schneidearbeit möchte ich schon einmal frech behaupten, dass das Programm diesen Preis wert ist.

Ob es Final Cut Pro 7 ganz ersetzen wird, weiß ich noch nicht – da kenne ich die Features noch nicht gut genug. In jedem Fall aber werde ich mir noch Apple Motion 5 dazu holen, das es für knapp 40 Euro gibt. Die Preise lassen mich fast weinen angesichts dessen, was ich vor zwei Jahren für Final Cut Studio ausgegeben habe.

Der erste Eindruck

Eins gleich: Projekte aus vorherigen Final Cut Pro-Versionen importiert die Version X nicht. Sehr ärgerlich. Aber verschmerzbar, schließlich sind einmal abgeschlossene Projekte in der Regel auch abgeschlossen und wandern in ein Archiv. Nur das eine Projekt, an dem ich gerade arbeite, hätte ich gerne testweise schon einmal rübergezogen.

Ein weiterer großer Kritikpunkt: Die alten Plugins aus Final Cut Pro 7 arbeiten nicht mehr. Immerhin hat FCP X aber eine Plugin-Schnittstelle. Die Anbieter mussen dann eben nur alles neu programmieren. (mehr zu den Plugins)

Der Arbeitsprozess ist angenehm glatt. Auf Wunsch recodiert Final Cut Pro X Daten aus den Kameras im Hintergrund ins ProRes-Format, mit dem man dann schnell arbeiten kann. Loslegen kann ich aber sofort.

Mein Material für den ersten Test liegt allerdings schon in ProRes 422 LT vor – das hatte ich noch mit Toast Titanium für die Vorversion aufbereitet.

final-cut-pro-timeline

Ganz toll: die nervigen Renderpausen aus Final Cut Pro 7 können wir vergessen, auch für Tonspuren. Alles was in der Timeline landet (die nicht mehr Timeline heißt), steht auch sofort zur Verfügung. Keine Wartezeit mehr. Hurra. (Mehr zur Arbeit mit den Spuren in FCPX).

Final Cut Pro X Rendern im Hintergrund

Falls doch etwas gerendert werden muss, so passiert das im Hintergrund. Sobald ich etwas anderes am Programm mache, hält das Rendering an und wartet auf meine nächste Denkpause. Effektiver kann man einen Computer nicht nutzen.

Update 6. Juli 2011

Mittlerweile habe ich das rendern im Hintergrund abgeschaltet. Zu oft sorgt dieser Hintergrundprozess für lästiges, zähes Verhalten der Software. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Das Rendern arbeitet zwar im Hintergrund, aber im Vordergrund kann man dann nicht mehr viel machen. Es bleibt ein schaler Beigeschmack von Etikettenschwindel.

Tolle Clipvorschau

Sehr gut gefällt mir die Clip-Vorschau. Endlich kann ich mich schnell in den Clips orientieren. Es reicht, mit der Maus über einen Clip zu fahren, und den Mauszeiger nach links oder rechts zu bewegen. Analog dazu zeigt die Vorschau dann die aktuelle Position im Clip.

Ereignisvorschau in Final Cut Pro X

Ähnlich wie in iMovie kann ich mit einem gelben Rahmen um den Clip eine Vorauswahl treffen und den Clip dann in die Timeline ziehen. Ganz erfreulich: die alten Hotkeys wie [A] für das Auswahlwerkzeug oder [B] für das Schneidewerkzeug funktionieren noch.

Was mir an Final Cut Pro X gefällt

final-cut-pro-x-logo-smileDas gefällt mir an Final Cut Pro X:

  • Die Synchronisation von Clips anhand des Audio-Signals ist absolut fantastisch
  • Die magnetische Timeline spart mir eine Menge Frickelei
  • Das Programm bietet sinnvolle Arbeitserleichterungen wie die schnelle Tonverbesserung, auf Wunsch kann man aber auch tiefer eintauchen
  • Mit der Benutzeroberfläche komme ich gut zurecht. Die Eingewöhnung fiel mir wesentlich leichter als bei FCP 7
  • Das Programm ist in sich schlüssig
  • Mit der Aufteilung in Ereignisse komme ich deutlich besser zurecht. Die enge Verbindung zwischen Videodateien und Projekten ist aufgehoben
  • Die Verschlagwortung und die automatischen Ordner sind sehr angenehm
  • Die automatische Analyse und Aufteilung der Clips spart bei großen Projekten viel Arbeit
  • Nervige Pausen zum Rendern entfallen
  • Das Skimming hilft, sich schnell in Videoclips zurechtzufinden
  • Der direkte Upload auf Youtube und Vimeo ist auch nicht schlecht für Video-Podcaster

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2 Gedanken zu “Final Cut Pro X – Test und Tipps

  1. Ich weiss nicht ob es noch aktuell ist, aber…

    Wenn FCPX nicht mehr reagiert, einfach den Ereignis-Viewer ein/aus blenden. Findet man unter „Fenster“ > „Ereignis-Viewer einblenden“. Ich hab mir einen Shortcut auf die Zahl „0“ gelegt, weil es bei mir zeitweise recht häufig vor kam und ich diese Funktion sehr angenehm finde. Es gibt einfach immer wieder Phasen im Schnitt, da braucht man den Ereignis Monitor gar nicht, also weg damit und großes Bild her. Ich bin glaube ich einer der wenigen Editoren, die vom Media Composer wirklich am Erscheinungstag auf FCPX gewechselt sind und trotz einiger ärgerlicher Anfangsschwierigkeiten, nie wieder zurück möchte. Ich konnte noch nie so schnell und kreativ Arbeiten, weil ich mich nicht mehr so sehr aufs Arbeiten konzentrieren muss.

    Final Cut 7 Projekte einlesen soll möglich sein mittels App. „7toX“ heissts und gibts im App-Store. Ich habs aber nie gebraucht und deshalb auch keine Erfahrungen.

    Was ich beim besten Willen nicht verstehen kann, vielleicht kann mir da irgend jemand den Shortcut oder Trick verraten, folgendes:

    Wenn ich am Anfang oder Ende eines Audioclips einen Fade/Blende machen will, gibt es einen kleinen „Anfasser“ den ich nur in die Clip-Mitte ziehen muss, so weit wie ich ihn eben haben will. Mache ich einen Rechtsklick, kann ich festlegen, welchen Charakter mein Fade haben soll, hart, hart-weich, weich-weich….
    Wenn ich jetzt eine Videodatei fade, hab ich die Anfasser auch und kann auch faden – nur beim Rechtsklicken tut sich nüscht! Um trotzden ans gleiche Ziel zu kommen, muss ich umständlich zwei Keyframes setzten, auf die Verbindungslinie dazwischen rechtsklicken und voila, da kann ichs dann… Und um das Ganze dann komplett unverständlich zu machen, geht diese Vorgehensweise im Audioclip zwischen zwei Keyframes nicht…
    Wenn ich das mal gelöst bekommen würde, wäre weltklasse… 🙂

    • So richtig aktuell ist der Text ja nicht mehr – leider verrät das Datum im Text nicht, wie alt der wirklich ist. Muss ich mal korrigieren.

      7toX und Xto7 sind in der Tat interessant für den Datenaustausch. Habs aber auch nie gebraucht. Musste auch nie wieder auf irgend ein 7er-Projekt zurück greifen.

      Wegen Deines Problems: Hm, ich guck mal. Erster Gedanke wäre jetzt, die Audiospur von der Videospur zu trennen. (Videoclip mit der rechten Maustaste anklicken und „Audio trennen“ wählen.) Dann müsste sich die Tonspur des Videos verhalten wie die anderen Audiospuren. Ist jetzt aber nur mal so aus dem Bauch raus überlegt.

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