Filmen mit dem Smartphone – das sollten Sie wissen – FAQ

Hier die wichtigsten Fakten, die Sie über das Filmen mit dem Smartphone wissen sollten.

Welches Handy brauche ich für Video?

Ich empfehle Handys, die im Jahr 2016 oder später auf den Markt gekommen sind. Das bedeutet, mindestens ein iPhone 7 oder das Samsung Galaxy S7. Beide Geräte können Video mit einer Auflösung bis 4k aufnehmen und liefern gutes Bildmaterial.

Welches ist das beste Handy zum Videofilmen?

Ich weiß es nicht. Ein paar Faktoren, die meinen Kauf beeinflussen würden:

  • je neuer, desto besser
  • je mehr Linsen, desto mehr Flexibilität beim Dreh

Meiner Ansicht nach nehmen sich die Smartphones in ihrer jeweiligen Klasse nicht viel.

In welcher Auflösung mit dem Handy filmen?

  • In der Regel empfehle ich, mit der höchstmöglichen Auflösung zu filmen (meist 4K).
  • Das Material lässt sich im Schnittprogramm problemlos auf Full HD herunter skalieren. Allerdings brauchen Sie für 4K einen schnellen Schnitt-Rechner.
  • Weiterer Vorteil: Sie können das Material zuschneiden, also den Bildausschnitt korrigieren. Das geht aber nur dann, wenn Sie das Material in 4K aufnehmen und dann in einer niedrigeren Auflösung wie Full HD bearbeiten.
  • Ausnahmen:
    • wenn längere Stücke, zum Beispiel Interviews, drahtlos auf einen Computer übertragen werden sollen, etwa über ein WLAN.
    • wenn Rohmaterial über mobiles Internet übertragen werden soll (zum Beispiel per Dropbox oder Onedrive).
    • in diesen Fällen würde ich mit Full HD (1920 x 1080) arbeiten, um Bandbreiten-Engpässe zu vermeiden.
  • Mehr Informationen zum Thema in diesem Beitrag zu 4K oder Full HD.

Wo kann ich das Drehen mit dem Handy lernen?

Filmen mit dem Smartphone – was sind Vorteile und Nachteile?

Vorteile der Handys:

  • sie liefern gute technische Qualität.
  • sie sind leicht und flexibel.
  • sie sparen das Budget für Kameras und Kamera-Teams.
  • Filmen mit dem Smartphone ist ideal für schnelle Aufnahmen: Statements, Videoberichte, Tutorials.
  • Das Handy ist immer einsatzklar, schnell drehfertig und erlaubt, einen Videobeitrag aufzunehmen, zu schneiden und abzusenden.

Nachteile der Handys:

  • sie sind lichtschwach, liefern schlechtes Bildmaterial, sobald es dunkel wird.
  • Handys haben nur eine fixe Blende, die nicht verstellbar ist. Sie können also nicht über das Verstellen der Blende die Belichtung beeinflussen.
  • Smartphones steuern die Belichtung nur über die Belichtungszeit und die Empfindlichkeit des Sensors.
  • In Smartphones stecken eine oder mehrere Objektive. Alle Festbrennweiten. Zoom lässt sich nur über technische Tricks erreichen, sofern mehr als eine Linse vorhanden ist.
  • die resultierenden Filme sind stark komprimiert bei relativ geringen Bitraten, bieten also nicht so viel Spielraum zur Nachbearbeitung.
  • der Ton lässt sich nur umständlich während der Aufnahme kontrollieren.
  • sie haben keine auswechselbaren Akkus -> Powerbank mitnehmen!

Ersetzt das Smartphone große Kameras?

  • In vielen Bereichen ersetzen Handys die großen Kameras: Videojournalismus, einfache Videoberichte und so weiter.
  • Bei anspruchsvollem Material sind Handys sind wegen ihrer technischen Einschränkungen kein Ersatz für das Drehen mit großen Kameras.
  • Je mehr Kontrolle über Bild und Ton gewünscht ist, desto wichtiger wird eine große Kamera.

Wie nehme ich Handyvideos auf?

  • Android Smartphones und iPhones haben Video-Aufnahmeapps, die im Normalfall ausreichen.
  • Um die Videoaufnahme zu starten, schalten Sie auf iPhones in den Videomodus um. Auf den meisten Android-Geräten drücken Sie den Auslöser für Video.
  • Das aufgenommene Videomaterial wird im Handy in der Fotogalerie gespeichert.
  • Tipp für Android-Nutzer: Besorgen Sie sich eine Speicherkarte mit 64 oder mehr GByte, um darauf die Videos zu speichern.

Brauche ich eine spezielle Video-App für Handyvideo?

  • Nein, eine spezielle App ist in der Regel nicht notwendig.
  • Auf IOs und Android verwenden Sie die Foto-App, die auch einen Videomodus anbietet.
  • Falls Sie mehr Features wollen, rate ich zu Filmic Pro als Aufnahmeapp.

Womit kann ich meine Videos schneiden?

  • So lange Sie einen Videoclip nur vorne und hinten zuschneiden wollen, genügt die Foto-App Ihres Handys.
  • Für den Videoschnitt haben Sie in iOS das Programm iMovie (iOS) vorinstalliert.
  • Auf Android-Telefonen ist meines Wissens keine Schnitt-App vorinstalliert.
  • Mehr Features beim Schnitt bieten Programme wie Luma Fusion (iOS) oder Kinemaster (Android/iOS).
  • Interessant ist auch ein Blick auf Apps wie Inshot. Das kann Clips hintereinander schneiden und mit Effekten versehen.
  • Inshot ist ein gutes Programm zum schnellen Aufbereiten von Videos und Fotos für Social Media.

Was muss ich vor dem Dreh eines Smartphone-Films beachten?

Bevor Sie mit dem Smartphone einen Film drehen, sollten Sie folgendes beachten:

  • Flugmodus einschalten, um Störungen zu vermeiden.
  • “Nicht stören” aktivieren, um Meldungen von Apps zu unterdrücken.
  • Akku auf 100% laden.
  • Ausreichend Speicherplatz freiräumen.
  • Linse putzen.

Welches Zubehör brauche ich für das Filmen mit dem Smartphone?

Für das Drehen mit dem Smartphone empfehle ich zusätzlich:

Lesen Sie hier ausführlich, welches Zubehör sich für Handy-Filme lohnt.

Rode Videomic ME-L
Für das Filmen mit dem Smartphone empfehle ich ein externes Richtmikrofon.

Tipps für das Filmen mit dem Smartphone

Einstellungen für das Filmen mit dem Smartphone

Mit den Standard-Videoapps können Sie die Helligkeit und die Schärfe einstellen.

  • Um die Helligkeit und Schärfe zu fixieren, tippen Sie an die Stelle auf der die Einstellungen fixiert werden sollen.
  • Beim iPhone halten Sie den Finger etwas länger auf der Stelle, bis der Rahmen vibriert. Danach erscheint die Meldung AF/AE-Sperre.
  • Sobald Helligkeit und Schärfe fixiert sind, streichen Sie neben der fixierten Stelle mit dem Finger nach oben oder unten, um die Helligkeit zu justieren.

Soll ich im Hochformat oder Querformat aufnehmen?

Ob Sie im Hochformat oder Querformat drehen wollen hängt von folgenden Faktoren ab:

Querformat

  • Entspricht dem gewohnten Format aus Kino, TV und Youtube.
  • Bildgestaltung über die Breite hinweg möglich.
  • Ideal für
    • Landschaften
    • Talkrunden
    • Moderationen mit Bildeinblendungen (ähnlich Nachrichtensendungen)

Hochformat

  • Entspricht Darstellung auf senkrecht gehaltenen Handy-Bildschirmen.
  • Typisch für Instagram-Stories oder Tiktok. Hier meine Case Study zu Instagram-Stories.
  • Ideal für
    • Personen alleine vor der Kamera
    • Personenaufnahmen (zum Beispiel Mode auf dem Laufsteg)
    • späteres Zuschneiden auf quadratische Darstellung
  • Schwierig ist es, mehrere Personen nebeneinander im Hochformat zu zeigen. Bereits zu zweit wird es eng.

Wie viel freien Speicher braucht mein Handy für Video?

So viel wie möglich. Es ist sehr ärgerlich, wenn mitten im Interview oder einer schönen Szene der Speicher voll läuft.

  • Ich empfehle, beim Neukauf eines Handys 256 GByte Speicher zu wählen. Damit haben Sie genügend Reserven.
  • Wer ein Android-Handy kauft, kann eines mit Mini-SD-Karten-Erweiterung kaufen. Solche Speicherkarten kosten wenig und bieten jede Menge freien Speicher.

Wie viel Platz braucht eine Sekunde Video?

Der Speicherbedarf richtet sich nach der Bitrate der Videoaufnahme. Die wird in MBit/s gemessen und kann je nach Smartphone, Codec und Aufnahme variieren.

  • Beim iPhone 11 können Sie von bis zu 5 MByte Speicherbedarf pro Sekunde ausgehen. Das gilt für 4K-Video mit einer Bitrate von 40 MBit/s.
  • HD-Video auf einem iPhone 6 mit nur 10 MBit/s aufgenommen braucht etwa 1,25 MByte pro Sekunde.

Wie viel Speicherplatz braucht eine Minute Video?

  • Für eine Minute Video können Sie bei 4k mit 40 MBit/s bis zu 300 MByte Speicherbedarf ansetzen.
  • Eine Minute HD-Video vom iPhone 6 mit 10 MBit/s braucht rund 75 MByte.

Wie bekomme ich mit dem Handy einen unscharfen Hintergrund?

Mit dem Handy ist das schwierig, denn der Schärfebereich hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Blende – je weiter offen, desto geringer der Schärfebereich. Smartphones haben meist weit offene Blenden ✅.
  • Sensorgröße – je größer, desto geringer der Schärfebereich. Smartphones haben winzige Sensoren ⛔️.
  • Brennweite – zwar haben neue Handys „Teleobjektive“. Doch die entsprechen aktuell gerade mal einer Normalbrennweite von 50mm. Das bringt nicht viel ⛔️.
  • Die offene Blende wiegt die winzige Sensorgröße und die geringe Brennweite nicht auf.
  • In Videos bekommen Sie also kaum einen schön unscharfen Hintergrund.
  • Im Gegensatz zu Fotos besteht aktuell meines Wissens keine Möglichkeit, bei der Videoaufnahme den Hintergrund unscharf zu rechnen.

Ausnahme:

  1. Platzieren Sie das Objekt nah an der Linse Ihres Smartphones.
  2. Tippen Sie das Objekt auf dem Handy-Bildschirm an darauf, um die Schärfe einzustellen.
  3. Filmen Sie das Objekt.

Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

 

Informieren Sie sich über meine Seminare zur Videoproduktion im Unternehmen.

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