Filmen mit dem Smartphone – das sollten Sie wissen

Hier die wichtigsten Fakten, die Sie über das Filmen mit dem Smartphone wissen sollten.

Warum eignet sich das Smartphone für Filmschaffende? Filmen mit dem Smartphone ist ideal für schnelle Aufnahmen: Statements, Videoberichte, Tutorials. Das Handy ist immer einsatzklar, schnell drehfertig und erlaubt, einen Videobeitrag aufzunehmen, zu schneiden und abzusenden.

Ersetzt das Handy große Kameras? In vielen Bereichen ersetzen Handys die großen Kameras. Bei anspruchsvollem Material jedoch sind  Handys sind wegen ihrer technischen Einschränkungen (siehe unten) kein vollständiger Ersatz für das Drehen mit großen Kameras.

Wo kann ich das Drehen mit dem Handy lernen? Bei mir ☺️. Ich biete Workshops für das Filmen mit dem Smartphone für Unternehmen und Selbständige an.

Filmen mit dem Smartphone – Vorteile und Nachteile

Vorteile der Handys:

  • sie sind schnell einsatzbereit.
  • sie liefern gute technische Qualität.
  • sie sind leicht und flexibel.
  • sie sparen das Budget für Kameras und Kamera-Teams.

Nachteile der Handys:

  • sie sind lichtschwach, liefern schlechtes Bildmaterial, sobald es dunkel wird.
  • die resultierenden Filme sind stark komprimiert bei relativ geringen Bitraten, bieten also nicht so viel Spielraum zur Nachbearbeitung.
  • der Ton lässt sich nur umständlich während der Aufnahme kontrollieren.

Aufnahme mit der Video-App

  • Android Smartphones und iPhones haben Video-Aufnahmeapps, die im Normalfall ausreichen.
  • Um die Videoaufnahme zu starten, schalten Sie auf iPhones in den Videomodus um. Auf den meisten Android-Geräten drücken Sie den Auslöser für Video.
  • Das aufgenommene Videomaterial wird im Handy in der Fotogalerie gespeichert.
  • Tipp für Android-Nutzer: Besorgen Sie sich eine Speicherkarte mit 64 oder mehr GByte, um darauf die Videos zu speichern.

Vor dem Dreh

Bevor Sie mit dem Smartphone einen Film drehen, sollten Sie folgendes beachten:

  • Flugmodus einschalten, um Störungen zu vermeiden.
  • “Nicht stören” aktivieren, um Meldungen von Apps zu unterdrücken.
  • Akku auf 100% laden.
  • Ausreichend Speicherplatz freiräumen.
  • Linse putzen.

Das richtige Zubehör

Für das Drehen mit dem Smartphone empfehle ich zusätzlich:

Lesen Sie hier ausführlich, welches Zubehör sich für Handy-Filme lohnt.

Rode Videomic ME-L
Für das Filmen mit dem Smartphone empfehle ich ein externes Richtmikrofon.

Tipps für das Filmen mit dem Smartphone

Einstellungen für das Filmen mit dem Smartphone

Mit den Standard-Videoapps können Sie die Helligkeit und die Schärfe einstellen.

  • Um die Helligkeit und Schärfe zu fixieren, tippen Sie an die Stelle auf der die Einstellungen fixiert werden sollen.
  • Beim iPhone halten Sie den Finger etwas länger auf der Stelle, bis der Rahmen vibriert. Danach erscheint die Meldung AF/AE-Sperre.
  • Sobald Helligkeit und Schärfe fixiert sind, streichen Sie neben der fixierten Stelle mit dem Finger nach oben oder unten, um die Helligkeit zu justieren.

Sinnvolle Zusatzprogramme

  • Filmic Pro: Aufnahmeprogramm für Video mit mehr Fähigkeiten als die Standard-Apps.
  • Luma Fusion: Schnittprogramm für Smartphones (iOS).
  • Kinemaster: Schnittprogramm für Smartphones (Android/iOS).
  • Inshot: Programm zum Aufbereiten von Videos und Fotos für Social Media.

Hochformat oder Querformat?

Ob Sie im Hochformat oder Querformat drehen wollen hängt von folgenden Faktoren ab:

Querformat

  • Entspricht dem gewohnten Format aus Kino, TV und Youtube.
  • Bildgestaltung über die Breite hinweg möglich.
  • Ideal für
    • Landschaften
    • Talkrunden
    • Moderationen mit Bildeinblendungen (ähnlich Nachrichtensendungen)

Hochformat

  • Entspricht Darstellung auf senkrecht gehaltenen Handy-Bildschirmen.
  • Typisch für Instagram-Stories oder Tiktok. Hier meine Case Study zu Instagram-Stories.
  • Ideal für
    • Personen alleine vor der Kamera
    • Personenaufnahmen (zum Beispiel Mode auf dem Laufsteg)
    • späteres Zuschneiden auf quadratische Darstellung
  • Schwierig ist es, mehrere Personen nebeneinander im Hochformat zu zeigen. Bereits zu zweit wird es eng.

In welcher Auflösung mit dem Handy filmen?

  • In der Regel empfehle ich, mit der höchstmöglichen Auflösung zu filmen (meist 4K).
  • Das Material lässt sich im Schnittprogramm problemlos auf Full HD herunter skalieren. Allerdings brauchen Sie für 4K einen schnellen Schnitt-Rechner.
  • Weiterer Vorteil: Sie können das Material zuschneiden, also den Bildausschnitt korrigieren. Das geht aber nur dann, wenn Sie das Material in 4K aufnehmen und dann in einer niedrigeren Auflösung wie Full HD bearbeiten.
  • Ausnahmen:
    • wenn längere Stücke, zum Beispiel Interviews, drahtlos auf einen Computer übertragen werden sollen, etwa über ein WLAN.
    • wenn Rohmaterial über mobiles Internet übertragen werden soll (zum Beispiel per Dropbox oder Onedrive).
    • in diesen Fällen würde ich mit Full HD (1920 x 1080) arbeiten, um Bandbreiten-Engpässe zu vermeiden.
  • Mehr Informationen zum Thema in diesem Beitrag zu 4K oder Full HD.

Einschränkungen

  • Smartphones haben sehr kleine Bildsensoren. Die fangen nicht so viel Licht ein, wie die größeren Sensoren in Camcordern. Smartphones sind deshalb lichtschwach. Das bedeutet: in dunkler Umgebung fängt das Bildmaterial an zu grisseln.
  • Handys haben nur eine fixe Blende, die nicht verstellbar ist. Sie können also nicht über das Verstellen der Blende die Belichtung beeinflussen.
  • Smartphones steuern die Belichtung nur über die Belichtungszeit und die Empfindlichkeit des Sensors.
  • In Smartphones stecken eine oder mehrere Objektive. Alle Festbrennweiten. Zoom lässt sich nur über technische Tricks erreichen, sofern mehr als eine Linse vorhanden ist.

Martin Goldmann beim Seminar VideoproduktionMartin Goldmann

Ich helfe Unternehmen mit Coachings und Seminaren, bessere Videos zu drehen und arbeite regelmäßig als Redakteur oder Kameramann für Unternehmensvideos.
Darüber hinaus betreue ich den Videokanal der Nutzwertplattform Tippscout.de und betreibe einen eigenen Youtube-Kanal rund um die Video-Produktion.

 

Informieren Sie sich über meine Seminare zur Videoproduktion im Unternehmen.

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