Der richtige Hintergrund für ein Video

Eine häufige Frage auf meinen Schulungen für Unternehmensvideos ist die nach dem Hintergrund für Video. Viele neigen dazu, ihre Interview-Partner an die Wand zu stellen. Also vor einen einfarbigen, schlimmstenfalls weißen Hintergrund.

Die Annahme: Wenn der Hintergrund neutral ist, konzentrieren sich die Zuschauer auf den Talking Head, also auf den Sprecher im Video.

Sprechende Köpfe sind visuell langweilig

Nur gibt es da ein Problem: Länger als 10 oder 20 Sekunden einen Menschen anzuschauen ist uninteressant. Wir sind hier bei Videos, bei Bewegtbild. Das Auge will unterhalten werden und das Gesicht hat man nach ein paar Sekunden gelesen. Und wenn dann visuell nichts mehr geboten wird, wandern die Augen ganz schnell weg vom Bild.

Langweiliger Kopf vor weißer Wand. Lediglich die ausgeprägte Mimik rettet das Bild ;)
Langweiliger Kopf vor weißer Wand. Lediglich die ausgeprägte Mimik rettet das Bild 😉

Wichtig ist, uns eines klar zu machen:

  • Unsere Videos werden in der Regel online angesehen, nicht im Kino. Das bedeutet: andere Bildschirminhalte und die unmittelbare Umgebung konkurrieren visuell mit Ihrem Video. Wenn es visuell nicht anspricht, gucken die Leute weg.

Der Hintergrund hat etwas zu erzählen

Denken Sie immer daran, dass Video das Bewegtbild-Medium ist. Falls Sie nur etwas mit Sprache erzählen wollen, sind vielleicht ein Podcast oder ein Text mit Foto besser. Sobald Sie sich für das Bewegtbild-Medium entscheiden, sollten Sie es auch nutzen.

Der Hintergrund kann so viel erzählen. Platzieren Sie Gegenstände im Hintergrund, die zum Thema passen. Zur Not tut es auch eine Regalwand mit Büchern (vorsicht, welche Titel darin zu sehen sind). Zeigen Sie etwas. Am besten im Kontext zum Inhalt Ihres Videos. Falls Sie keinen geeigneten Hintergrund haben, überlegen Sie, einen Greenscreen einzusetzen und dort den passenden Hintergrund einzublenden.

Noch besser: Sorgen Sie für Bewegung im Hintergrund. Haben Sie Maschinen, die sich bewegen? Prima! Bringen Sie Leben ins Bild.

Achtung: passen Sie auf mit Personen im Hintergrund. Nicht jeder möchte gefilmt werden und in Ihren Videos erscheinen. Achten Sie möglichst darauf, dass niemand zu erkennen ist, der nicht erkannt werden möchte.

Wenn Sie Video drehen, bedienen Sie das Medium Bewegtbild. Das fängt bei einem lebendigen Hintergrund an und geht weiter bei guten Schnittbildern.

Hintergründig: Der Hintergrund erzählt eine Menge über mich. Filmbücher, Kameras und ein geheimnisvolles Nummernschild.
Hintergründig: Der Hintergrund erzählt eine Menge über mich. Filmbücher, Kameras und ein geheimnisvolles Nummernschild.

Schnittbilder verwenden

So ein sprechender Kopf ist, wie gesagt, vielleicht für 20 Sekunden interessant. Vor einem weißen Hintergrund vielleicht nur fünf oder zehn. Deshalb ist es wichtig, nicht zu lange im Bild zu bleiben. Schnittbilder helfen dabei. Dreht Bilder zu dem, was Ihr vor der Kamera erzählt und schneidet sie dann hinein. So bleibt ein Video interessant für die Zuschauer.

Meine Meinung

  1. Film ist ein Medium, das wie kein anderes von Tiefe lebt. Eine weiße Wand bringt keine Tiefe. Gegenstände im Hintergrund geben Tiefe.
  2. Gegenstände im Hintergrund können etwas erzählen, sie bieten einen Kontext. Ich würde nie darauf verzichten wollen.
  3. Talking Heads werden optisch sehr schnell langweilig. Ein wenig Leben im Bildhintergrund kann da helfen.
  4. Das Auge will unterhalten werden. Der Unterhaltungswert einer weißen Wand ist: Null.

Meine Tipps

  1. Lebendigen Hintergrund wählen. Da darf sich ruhig etwas tun!
  2. Tiefe zulassen. Warum nicht in den Raum hinein filmen?
  3. Lassen Sie den Hintergrund etwas erzählen. Was ist Ihr Hintergrund?
  4. Nutzen Sie Schnittbilder

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